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Ötisheim -  18.03.2026
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Stefanie Ayasse-Repple bewirbt sich als Bürgermeisterin in Ötisheim – Konkurrenz für Terhorst

Ötisheim. Das Rennen um die Nachfolge von Werner Henle wird spannender: Eine zweite Kandidatin ist ins Rennen eingestiegen. Stefanie Ayasse-Repple tritt parteilos an und wirbt für einen Neuanfang.

Aus einem Ein-Personen-Rennen wird ein Wettbewerb: Mit Stefanie Ayasse-Repple gibt es nun eine zweite Bewerberin.
Aus einem Ein-Personen-Rennen wird ein Wettbewerb: Mit Stefanie Ayasse-Repple gibt es nun eine zweite Bewerberin. Foto: Ayasse-Repple

Das Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Werner Henle nimmt weiter Fahrt auf: Mit Stefanie Ayasse-Repple bewirbt sich nun eine zweite Kandidatin um das Amt an der Spitze der Gemeinde. Die 39-jährige Zollhauptsekretärin hat ihre Kandidatur am Mittwochmorgen öffentlich gemacht.

Ayasse-Repple tritt als parteilose Bewerberin an und setzt bewusst auf Unabhängigkeit von Parteien. „Ich trete an, weil ich keine ‚Politik nach Parteibuch‘ machen will, sondern Politik entlang unserer Realität“, erklärt sie in einer Pressemitteilung.

„Kommunalpolitik gehört nicht den Parteien.“ Stattdessen wolle sie Entscheidungen transparent und sachorientiert treffen – mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger.

Ihre Kandidatur versteht sie zugleich als Signal für einen Neuanfang nach der langen Amtszeit von Werner Henle.

„Nach einer langen Ära steht Ötisheim vor einem Generationenwechsel. Ich bin überzeugt: Es ist Zeit für einen frischen Blick von außen – verbunden mit der nötigen behördlichen Kompetenz“, sagt Ayasse-Repple.

Die gebürtige Calwerin lebt seit fast zwei Jahrzehnten in Ötisheim. Seit 2006 ist die Gemeinde ihr Lebensmittelpunkt, hier lebt sie mit ihrer Familie. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und sechs Jahren. Gerade diese Lebenssituation prägt nach eigenen Angaben ihren Blick auf kommunalpolitische Themen. Fragen der Kinderbetreuung, der Mobilität oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf seien für sie keine abstrakten politischen Felder, sondern Teil des eigenen Alltags. „Ich betrachte Verwaltungsabläufe immer durch die Brille der Bürger: Ist das verständlich? Hilft das im Alltag?“, sagt sie.

Viel Erfahrung

Beruflich bringt Ayasse-Repple Erfahrung aus der öffentlichen Verwaltung mit. Nach einer Ausbildung im Finanz- und Versicherungsbereich und einem dualen Studium entschied sie sich für den Staatsdienst. Heute arbeitet sie als Zollhauptsekretärin beim Hauptzollamt Stuttgart. Dort gehört es zu ihren Aufgaben, rechtssichere Entscheidungen zu treffen und gesetzliche Vorgaben umzusetzen.

„Verantwortung ist für mich keine Floskel. Ich ducke mich nicht weg, wenn es kompliziert wird“, betont Ayasse-Repple.

Genau diese Mischung aus rechtlicher Sicherheit und pragmatischem Handeln sieht sie als wichtige Voraussetzung für die Arbeit an der Spitze einer Kommune.

Diese Haltung will sie ins Rathaus übertragen. „Ötisheim braucht eine Bürgermeisterin, die als Dienstleisterin agiert“, sagt Ayasse-Repple. Verwaltung müsse verständlich, erreichbar und lösungsorientiert sein. Gleichzeitig kündigt sie an, den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen und die Menschen frühzeitig in Entscheidungsprozesse einzubinden. Unter dem Motto „Ötisheim in verlässlichen Händen“ will sie in den kommenden Wochen das Gespräch im Ort suchen.

Offeneres Rennen um Bürgermeisterposten

Mit ihrer Kandidatur bekommt der bislang einzige Bewerber Konkurrenz: Julius Terhorst hatte bereits Ende Februar seine Bewerbung bekannt gemacht. Der 28-jährige Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Polizeioberkommissar bei der Bundespolizei in Karlsruhe ist in Ötisheim aufgewachsen und sitzt seit 2024 für die Junge Liste im Gemeinderat. In seinem Wahlkampf setzt er unter anderem auf eine stärkere Bürgerbeteiligung sowie die Stärkung der örtlichen Wirtschaft und des Vereinslebens. Damit deutet sich knapp drei Monate vor der Wahl erstmals ein offeneres Rennen an. Weitere Bewerbungen sind bis zum Ablauf der Frist noch möglich.

Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 28. Juni, statt. Eine mögliche Stichwahl ist für den 12. Juli vorgesehen. Die Bewerbungsfrist endet am Montag, 1. Juni, um 18 Uhr. Bereits am 17. April wird die Stelle im Staatsanzeiger ausgeschrieben. Eine öffentliche Kandidatenvorstellung ist für den 11. Juni um 18 Uhr in der Erlentalhalle geplant.

Der langjährige Bürgermeister Werner Henle tritt nach 32 Jahren im Amt nicht mehr an und geht zum 31. August im Alter von 69 Jahren in den Ruhestand. Mit seinem Abschied endet eine prägende Ära in der Gemeinde – und der Weg ist frei für einen personellen und politischen Neuanfang im Rathaus.