Ehrenamt im Mittelpunkt des Jubiläumsabends: Seit 100 Jahren ist das DRK Remchingen rund um die Uhr im Einsatz
Remchingen. Heitere Beiträge der Ortsvereine und hochkarätigen Honoratioren, darunter der baden-württembergische Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU), machten den Abend zu einem würdigen Jubiläumsfest. Jürgen Misztl, Mitarbeiter des DRK-Kreisverbands, brillierte mit der Arie „Nessun dorma“ („Keiner schlafe“), die auf den Tag genau 100 Jahre zuvor in Mailand uraufgeführt wurde – ebenso stimmgewaltig wie später Julia Gärtner.
„Das Rotkreuz lebt es, dass Menschen nicht wegsehen und schlafen, wenn andere Hilfe brauchen“, verdeutlichte der Remchinger DRK-Vorsitzende Dieter Farr. „Das Jubiläum zeigt den Idealismus und die Begeisterung, mit der ihr euch einsetzt“, unterstrich Professor Wolfgang Kramer, Präsident des DRK-Kreisverbandes, und überbrachte Glückwünsche des Landesverbandes.
Neben der Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO), Sanitätsdiensten und Erste-Hilfe-Ausbildungen seien besonders Blutspenden ein lebenswichtiger Remchinger Dienst. „Aus einer kleinen Sanitätsgruppe ist eine unverzichtbare Säule des Bevölkerungsschutzes in unserem Land geworden. Das gibt unserer Gesellschaft einen Zusammenhalt besonderer Art“, attestierte der Innenminister.
„Sie haben nicht mal Feierabend oder eine Ruhepause – Ihr Dienst am Nächsten ist unverzichtbar“, betonte Landrat Bastian Rosenau. Das letzte Grußwort seiner Amtszeit nutzte der FDP-Landtagsabgeordnete Professor Erik Schweikert, selbst Rotkreuzler, für einen politischen Appell. Er forderte, beim Bau von Rettungswachen nachzulegen, die rechtliche Helfergleichstellung weiter zu verbessern und der Rettungsleitstelle volle Kompetenzen einzuräumen, um über konkrete Alarmierungen der HvO-Gruppe zu entscheiden. Er dankte auch im Namen der anwesenden Abgeordneten Stefanie Seemann (Grüne) und Nico Gunzelmann (CDU).
„Remchingen ist stolz auf euch“, blickte Bürgermeisterin Julia Wieland auf die Geschichte des ersten fusionierten „Remchinger“ Vereins.
Für ihren außergewöhnlichen Einsatz ehrte Kramer Steffen Seemann und Ingeborg Troost mit der Verdienstmedaille des Kreisverbands in Silber. Eine Goldmedaille erhielten Christel Müller, Traudel Zachmann, Elisabeth und Gerhard Fromm sowie Edith Dittler. Für seine Verdienste, unter anderem als Vorsitzender und Ausbilder, erhielt Walter Schneider die Verdienstmedaille des Landesverbands.
Zwischen TVN-Cheerleadern und der Prinzengarde rollten die TBW-Rhönräder über die Bühne. Die Waschweiber Helene Schwarz und Monika Foemer mimten humorvoll einen Einsatz. Auch den langjährigen Wunsch des Ortsvereins nach einem eigenen Vereinsheim griffen sie pointiert auf: „Mit den Steinen, die man ihnen schon in den Weg gelegt hat, hätten sie schon den ersten Stock gebaut.“
