Remchingen
Remchingen -  13.01.2022
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Remchinger Gymnasiasten erhalten spielerische Einblicke in Forschung und Berufe der Zukunft

Remchingen. Ein kaltblütiger Mord in der "Villa von Mondstein": Kaum hat der wohlhabende Hausherr seinen Tresor geöffnet, wird er von hinten mit einem Kerzenleuchter erschlagen – ein klarer Fall für die Neuntklässler des Gymnasiums Remchingen. Zwar ist der Fall frei erfunden, umso realitätsnaher sind die Ermittlungsmethoden, mit denen die Schülerinnen und Schüler dem Täter auf die Schliche kommen – und dabei einen tiefen Einblick in die Wissenschaft der Forensik und Biochemie sowie einen Überblick über mögliche Berufsfelder bekommen können.

Dem Täter auf der Spur waren die Neuntklässlerinnen Kathi (von links), Nelly, Amelie, Lara und Benita mithilfe von Kunstblut und der Unterstützung von Genetikerin Simone Bauer im Rahmen des Aktionstags „Coaching4future“. Foto: Zachmann
Dem Täter auf der Spur waren die Neuntklässlerinnen Kathi (von links), Nelly, Amelie, Lara und Benita mithilfe von Kunstblut und der Unterstützung von Genetikerin Simone Bauer im Rahmen des Aktionstags „Coaching4future“. Foto: Zachmann

Einen Tag lang machte die landesweite Bildungsinitiative "Coaching4future" Halt an der Schule, um die Klassenstufen acht bis zehn mit interaktiven Vorträgen und Workshops für die digitale Welt und technische Berufe, insbesondere aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), zu begeistern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

"Man kennt vieles aus Fernsehserien, aber hier können wir grundlegende Techniken der Forensik selbst erleben und einen Eindruck davon bekommen, wie Kriminaltechniker ermitteln", stellte der 15-jährige Freddy Becker aus Nöttingen begeistert fest, während er mit seinen Mitschülern in Laborkittel schlüpfte und mithilfe einer Pipette Kunstblut aus unterschiedlichen Richtungen auf eine Oberfläche spritzte, um das Ergebnis mit den Tatortspuren zu vergleichen.

Bildungsinitiative macht auch in Mühlacker und Pforzheim halt

Auch die Analyse von Haaren und Fasern und der Abgleich von Fingerabdrücken gehörten zu den spielerischen Methoden, durch die die Zell- und Molekularbiologin Jasmin Friedrich und die promovierte Genetikerin Simone Bauer führten, nachdem sie in einem Vortrag einen Einblick in die Zukunftsbereiche der Forschung von autonomer Mobilität bis hin zu umweltfreundlichen Technologien gegeben hatten.

"So konnten wir nicht nur lernen, wie die Welt in Zukunft aussieht, sondern auch, welche Berufsmöglichkeiten wir haben", freute sich Freddy Becker. Auch seine Mitschülerin Freya Ferdinand aus Wilferdingen lobte den spannenden Exkurs: "So etwas macht man nicht jeden Tag und das Projekt bietet einen interessanten Überblick, wie unsere Arbeit mal aussehen könnte." Besonders interessiere sie der Bereich der medizinischen Robotik.

"Der Aktionstag ist ein großer Gewinn für unsere Schule – nicht nur wegen den vielfältigen Workshops, sondern auch, weil die Coaches einen authentischen Einblick in die MINT-Berufe und passende Studiengänge geben können."

Fachlehrer Fabian Birk

Kleine Roboter kurvten derweil durch ein anderes Klassenzimmer, in dem Victoria Schöffler und Heiko von der Heide den Jungen und Mädchen mit ultraschall-gelenkten selbstfahrenden Spielzeugautos die Funktionsweise von Saugrobotern verdeutlichten. Zudem konnten die Schüler entdecken, wie die durch eine Fehlproduktion entdeckte Wachswatte Öl binden kann, wie ein Roboterarm funktioniert oder wie man ein Computerspiel programmiert.

Die von der Baden-Württemberg Stiftung, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und der Bundesagentur für Arbeit getragene Initiative macht in der nächsten Woche auch Halt an der Mühlacker Schillerschule, am Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasium sowie am Schiller-Gymnasium.

Autor: Julian Zachmann