Remchingen
Remchingen -  17.09.2020
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Sport für Parkinsonpatienten als Marke

Remchingen/Enzkreis/Calw. Medizinerin und Übungsleiterin aus der Region wollen Training breit etablieren.

In der Parkinsonforschung engagiert sind die Neuenbürger Übungsleiterin Anna Krüger (links) und die Remchinger Medizinerin Dorothea Zeise-Süss. Foto: Zachmann
In der Parkinsonforschung engagiert sind die Neuenbürger Übungsleiterin Anna Krüger (links) und die Remchinger Medizinerin Dorothea Zeise-Süss. Foto: Zachmann

Von den Ergebnissen der Remchinger Parkinson-Studie könnte bald ganz Deutschland profitieren: Wie berichtet, begann die Medizinerin Dorothea Zeise-Süss vor drei Jahren mit Parkinson-Patienten und Therapeutinnen aus der Region, ein Rehasport-Programm zu entwickeln, dessen Übungen speziell die Reaktion, das Gleichgewicht und die Feinmotorik ankurbeln – um den Verlauf der Krankheit und eine höhere Dosierung der Medikamente hinauszuzögern sowie Betroffenen aktiv zu beteiligen.

Nach ihrer Praxisübergabe konnte sich die Medizinerin zusammen mit Anna Krüger, selbstständige Trainerin aus Neuenbürg, intensiv dem wenig entwickelten Bereich des Parkinson-Rehasports widmen. Jetzt steht die Eintragung als eigene Marke vor dem Durchbruch, das Verfahren läuft. Dabei gehe es den beiden nicht ums große Geld, „vielmehr wollen wir zeigen, dass Parkinson nicht automatisch Rückschritt bedeutet und vor allem Hemmschwellen nehmen. Oft geht die Stigmatisierung so weit, dass sich manche gar nicht mehr aus dem Haus trauen“, sagen die beiden. So habe Zeise-Süss Anfragen von Betroffenen im Schwarzwald oder Bremen bekommen, wo neurologische Rehasport-Angebote noch rarer gesät sind. Als eingetragene Marke können die Übungen, die von vielseitig einsetzbaren Smovey-Ringen bis zu Koordinationsübungen mit der Nintendo-Wii reichen, von Kollegen in Gruppen übernommen werden. Gleichzeitig arbeiten sie an einer anschaulichen Beschreibung, damit Patienten zu Hause weiter üben können. „Am besten mit den Angehörigen, zusammen macht es mehr Spaß“, berichtet Krüger, wie Teilnehmer ihrer Parkinson-Gruppen geradezu aufblühen. „Sie machen sich gegenseitig Mut und tauschen sich aus.“ Neben den Angeboten in Remchingen gibt es bald eine neue Gruppe in Langenbrand, eine weitere ist für 2021 in Birkenfeld geplant. „Die Therapie wird von den Kassen bezahlt“, sagt Zeise-Süss, die sich mit Früherkennungsmethoden von Parkinson beschäftigt, was nach Alzheimer als zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung für den Verlust von Nervenzellen und dadurch für Bewegungsstörungen sorgt. Ihr großer Traum: ein „Parkinson-Haus“, das alle Angebote von Medizinern und Therapeuten unter einem Dach versammelt.

Informationen telefonisch unter (0176) 31 06 03 10 oder im Internet unter www.your-sports.de.

Autor: zac