Remchingen
Remchingen -  09.10.2017
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Wiedersehen mit Al Jones in Remchingen

Remchingen. Er hat den Blues im Blut: Ein musikalisches Wiedersehen mit dem Altmeister des Blues, mit Alfred „Al“ Jones und seiner R&B Band, feierten am Samstagabend die Besucher des 13. Remchinger Bluesfests in der Kulturhalle. Kaum hatten der Mittsechziger und Yvonne Isegrei ihre Gitarren gestimmt und standen mit Peter Schmid am Bass und Schlagzeuger Björn Kellerstrass auf der Bühne, schon ließ sich das Publikum von ihrem Groove anstecken.

Auch mit 65 Jahren noch ein unermüdlich mitreißender Musiker: Al Jones (Mitte) mit Gitarristin Yvonne Isegrei, Peter Schmid am Bass und Schlagzeuger Björn Kellerstrass in der Remchinger Kulturhalle. Foto: Zachmann
Auch mit 65 Jahren noch ein unermüdlich mitreißender Musiker: Al Jones (Mitte) mit Gitarristin Yvonne Isegrei, Peter Schmid am Bass und Schlagzeuger Björn Kellerstrass in der Remchinger Kulturhalle. Foto: Zachmann

Schließlich ist der im Dezember 1951 in der Oberpfalz geborene Sohn eines amerikanischen Soldaten vielen Bluesfest-Fans kein Unbekannter: 2005 war er es, der das erste Remchinger Bluesfests eröffnete: „Seither hatten wir mit Größen wie Hendrik Freischlader, Timo Gros oder Thommy Schneller das Who is Who des deutschen Blues auf der Bühne. Nach diesem Erfolg sprach nichts dagegen, das zweite Dutzend wieder mit dem Altmeister zu beginnen“, freute sich Kuno Epple, der mit seiner Frau Ursula Jahr für Jahr die Bands auswählt und das Fest organisiert.

Vor Al Jones’ Auftritt sorgten Funky B & The Kings of Shuffle für Stimmung. Mit energiegeladenen Eigenkompositionen gaben Sänger und Hammond-Organist Markus Lauer, Gitarrist und Sänger Carsten Egger sowie Schlagzeuger Jan Schneider alles. Auch wenn die Hälfte der rund 100 Besucher statt an den Stehtischen vor der Bühne einen gemütlichen Sitzplatz bevorzugte – für Besucherin Evelyn Maisenbacher aus Höfen und ihre Freundin ein Unding: „Auf so einem Konzert zu sitzen geht gar nicht, so klassisch ist es nun auch wieder nicht.“ Dabei sei der Blues heutzutage wieder im Kommen, was man bei genauem Hinhören auch an den aktuellen Charts feststellen könne.

Vinyl wieder nachgefragt

Dass auch die Schallplatte eine Renaissance erlebt, zeigte der Pforzheimer Händler Karlheinz Mönch im Kulturhallenfoyer mit kistenweise gut erhaltenem Vinyl und Neuauflagen. „Das ist einfach ein ganz anderes Gefühl, eine Platte aufzulegen. Da muss man noch richtig dabei sein“, stellte Christopher Klopp aus Singen fest, der mit einem alten Plattenspieler das Sammeln neu begonnen hat. Mit Freunden kam er auch dieses Mal spontan beim Bluesfest vorbei: „In diesem Jahr sind die Bands schön peppig.“

Autor: Julian Zachmann