Sternenfels
Sternenfels -  28.07.2020
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Bahnanbindung wird diskutiert: Kommt Sternenfels an die Schiene?

Sternenfels/Oberderdingen. Mit einer kühnen Vision sind die Grünen-Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (Mühlacker) und Andrea Schwarz (Oberderdingen) an die Öffentlichkeit getreten: eine Bahnverbindung von Bretten über Oberderdingen und Sternenfels nach Zaberfeld und von dort die Reaktivierung der 1986 stillgelegten, rund 20 Kilometer langen Zabergäubahn nach Lauffen am Neckar.

Wird Sternenfels in einigen Jahren einmal von einer Stadtbahn angefahren? Im Komm-In wurden solche Überlegungen von Grünen-Politikern erstmals öffentlich vorgestellt (von links): Stefanie Seemann, Matthias Gastel, Andrea Schwarz, Landrats-Vize Wolfgang Herz, Otto Mansdörfer. Foto: Kollros
Wird Sternenfels in einigen Jahren einmal von einer Stadtbahn angefahren? Im Komm-In wurden solche Überlegungen von Grünen-Politikern erstmals öffentlich vorgestellt (von links): Stefanie Seemann, Matthias Gastel, Andrea Schwarz, Landrats-Vize Wolfgang Herz, Otto Mansdörfer. Foto: Kollros

Unterstützung erhalten sie von dem Grünen-Bahnexperten Matthias Gastel aus Filderstadt.

Die Grünen greifen damit eine Idee aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, als die Zabergäubahn bis Leonbronn gebaut wurde und eigentlich analog der heutigen Überlegung bis Bretten weitergeführt werden sollte. Doch daraus wurde aus vielerlei Gründen nichts. Die beiden Politikerinnen sehen nun aber die Zeit gekommen, mittels einer Machbarkeitsstudie ihre Idee untersuchen zu lassen, zumal der Bund seine Bewertungsrichtlinien für neue Bahnstrecken reformierte und so leichter an Fördermittel aus Berlin zu kommen sei. „Deshalb müssen wir jetzt für unsere Forderung Druck aufbauen“, so Seemann, um ein Zeichen für die Verkehrswende zu setzen, nachdem im Südwesten 30 Prozent der Schadstoffemissionen in der Luft durch den Verkehr verursacht werde.

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Die Bahn habe sich aus der Fläche zurückgezogen, klagte der Bundestagsabgeordnete Gastel, nachdem die Bundespolitik über Jahrzehnte hinweg verstärkt auf den Straßenverkehr gesetzt habe. Ziel müsse sein, den Menschen wieder auf kurzen Wegen Zugang zur Bahn zu verschaffen. Zumal der Fördertopf nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz kräftig aufgestockt werde, bis 2021 gegenüber dem laufenden Jahr sogar um das Dreifache auf eine Milliarde Euro. Aber dazu müssten auch baureife Planungen vorliegen, so der Bahnexperte, also Personal aufgestockt werden, auch in den Genehmigungsinstanzen. Für ihn klingt das Bahnprojekt vom Neckartal durch Zabergäu und Stromberg in den Kraichgau jedenfalls vielversprechend und realistisch.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 29. Juli, in der „Pforzheimer Zeitung - Region Mühlacker“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: ko