Widerstand gegen geplantes Vorhaben in Sternenfels: Volksbank-Abriss scheidet die Geister
„Ich habe das Thema unterschätzt, ich hätte früher informieren müssen, das muss sich mir vorwerfen“, sagte Bürgermeisterin Antonia Walch am Montagabend gegen Ende der Informationsveranstaltung zum geplanten Abriss des alten Sternenfelser Volksbankgebäudes, um dort Parkplätze und Grünanlagen zu errichten.
„Ich hoffe, dass wir in der Gemeinderatssitzung am 25. Juni eine konstruktive Lösung für alle finden“, ergänzte sie einen Tag später auf Anfrage. Denn im Sternenfelser Bürgersaal hatten sich am Montagabend um die 200 Bürger und Bürgerinnen eingefunden. Und die waren mehrheitlich davon überzeugt, dass das alte Volksbankgebäude aus dem Jahr 1970 mit einer Grundstücksgröße von 347 Quadratmetern erhalten, ausgebaut und vermietet werden sollte.
Im Prinzip ging es darum, für den nebenan liegenden Frischemarkt Scharff 13 neue Parkplätze mit Grünanlagen auf dem Gelände der ehemaligen Volksbank zu errichten und dafür das Gebäude abzureißen. Schon im März hatte der Sternenfelser Gemeinderat diese Variante mehrheitlich befürwortet und die Verwaltung beauftragt, den Abriss des Volksbankgebäudes auf den Weg zu bringen. Im April regte sich dann der Widerstand in Form eines Einwohnerantrages, den über 250 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben und im Rathaus vorlegten. Zum Vergleich: Die Gemeinde Sternenfels zählt insgesamt rund 2800 Einwohner, 2000 in Sternenfels und 800 in Diefenbach. Die Anwesenden am Montagabend waren aus den Reihen der Gegner und waren von Walch sogar persönlich eingeladen worden. In der nächsten Gemeinderatsitzung kommen nun die drei Vertrauenspersonen Thorsten Conrad, Hans-Dieter Schäfer und Georg Exner zu Wort und der Gemeinderat berät das Thema erneut.
„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die beste Lösung die langfristige Stärkung der Nahversorgung mitten im Ort ist“,
sagte Walch.
Denn: „Uns verbindet alle das Ziel, Sternenfels gemeinsam zum lebenswerten Ort für alle zu entwickeln“, sagte Walch. Das Volksbankgebäude zu Wohnraum zu entwickeln, koste geschätzt zwischen 400.000 bis 500.000 Euro, erklärte Walch. Der Parkraum nach Abzug von Fördermitteln käme auf rund 150.000 Euro Kosten. „Wenn wir das Volksbankgebäude richten, können wir das die nächsten 50 Jahre noch nutzen“, argumentierte Georg Exner für den Erhalt des Gebäudes. Er machte überdies einen Vorschlag rings um das Gebäude weitere Parkplätze anlegen zu können. Wenn der Supermarkt nicht weiterbestehe, könnte man die Parkplätze „in den Wind schreiben“, erklärte eine Bürgerin.
„Ich verstehe nicht, dass man für das neue Baugebiet, ´Nähere Hofstatt` im alten Bereich Parkplätze schaffen muss“,
sagte Hans-Dieter Schäfer.
Und: „Ich warne davor, für eine Person oder eine Firma Parkplätze zu schaffen“, sagte Schäfer unter großem Applaus. „Es gibt Menschen, die in ganz alten Häusern ohne Heizung leben, die von einer einfachen Wohnung, im Volksbankgebäude träumen“, sagte ein Bürger. „Der Bedarf an Wohnungen ist wichtiger als der Bedarf an Parkplätzen“, sagte ein anderer Bürger.
