Straubenhardt
Straubenhardt -  23.07.2026
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Nach Kampfabstimmung im Gemeinderat: Straubenhardt bald ohne Tourismusverband

Straubenhardt. Lohnt es sich, beim eher schmalen touristischen Angebot Straubenhardts auch weiterhin Teil eines Tourismusverbands zu sein? Darüber wurde am Mittwochabend leidenschaftlich im Gemeinderat diskutiert.

Straubenhardt Hinterm Ortsschild
Der Trailpark an der Schwanner Warte gehört zum zugegebenermaßen kleinen touristischen Angebot Straubenhardts. Foto: Meyer

Hintergrund ist die Auflösung von Albtal Plus, wo die Gemeinde Mitglied ist. Weil sie klein ist, soll die Tourismusgemeinschaft in die größere Tourismus GmbH Nordschwarzwald (TNS) übertreten. Jetzt ging es um die finale Entscheidung, ob man zumindest für drei Jahre Teil von TNS wird. Nach zwei Jahren sollte eine Evaluation stattfinden, danach könne man über den weiteren Verbleib entscheiden. So der Vorschlag der Verwaltung, der insgesamt rund 30.000 Euro kosten würde.

Bürgermeister Helge Viehweg plädierte klar dafür, weiter Teil eines Tourismusverbands zu sein. Mit Blick auf die Mitgliedsbeiträge sagt er: „Wir zahlen beim TNS einen niedrigeren Beitrag und bekommen dafür eine bessere Reichweite.“ Man wäre Teil eines starken Verbands, umgeben von touristisch starken Kommunen. Trete man nicht bei, dann blamiere man sich „aus meiner Sicht“, ohne dass es einen ernsthaften Effekt auf die angespannte Haushaltslage habe. Zumal auch andere Kommunen mit eher schwachem Tourismus zugestimmt hätten.

Geringer zählbarer Nutzen

Schwer taten sich unter anderem die CDU-Räte Jörg Gube und Simon Becht mit einer TNS-Mitgliedschaft. Sowohl Gube als auch Becht attestierten Albtal Plus eine sicherlich gute Arbeit, sahen aber keinen unmittelbaren Nutzen für Straubenhardt. Denn der Verband sei auch bei Messen und auf Plattformen aktiv, bei denen man als Gemeinde individuell gar nicht unterwegs wäre, so Gube. Und Becht wollte Mitgliedskosten nicht einfach so stehenlassen: „Jeder Cent, der ohne Mehrwert für Straubenhardt ausgegeben wird, ist einer zu viel.“ Jochen Irion (FW) vertrat die Meinung, dass es weder für Wander-Apps wie Komoot noch für Zimmerbuchungen einen Verband brauche. Und auch Organisationen wie der Wirtschaftsbund sähen keine Notwendigkeit dafür – und bislang auch keinen Nutzen daraus. Sigune Wieland (SPD) fand, dass TNS im Vergleich zu Albtal Plus letztlich nichts Neues sei. Und schon da sei der Funke weder auf sie, noch auf die Akteure vor Ort übergesprungen.

Eine Rede für den TNS-Beitritt hielt FW-Fraktionschef Mathias Greb. Albtal Plus hätte sicher besser laufen können, aber man habe die Chance bei TNS einem Verband beizutreten, der sowieso besser zu Straubenhardt passt: „Ich sehe mich mehr im Nordschwarzwald, nicht im Albtal.“ Der wirtschaftliche Schaden, der durch einen vernachlässigten Tourismus entstehe, sei vermutlich größer als die Mitgliedsbeiträge. Ähnlich sah es auch Grüne-Liste-Vorsitzende Erna Grafmüller. Die Bedeutung von Naherholung steige. Es sei daher kurzsichtig, den Tourismus in Straubenhardt abzuschreiben. Er sei ein Teil, wenn auch ein kleiner, der örtlichen Wirtschaft.

Gemeindemitarbeiterin Anita Molnar gab dann noch einen Einblick in den möglichen alltäglichen Nutzen: Wer Straubenhardt besuche, suche oft auch nach Programm und Ausflugszielen außerhalb der Gemeinde. Hier sei man durch einen Verband gut vernetzt und informiert, was bei Anfragen von Gästen helfe. Und: Touristische Projekte seien ein immaterielles Investment, das erst nach einigen Jahren Effekt zeigt – und dem man nachträglich meist nur schwer beitreten könne.

Am Ende kam es zu einer Kampfabstimmung: Sieben Gemeinderäte stimmten für den TNS-Beitritt, acht dagegen. Es gab zwei Enthaltungen. Damit ist klar: Nach der Abwicklung von Albtal Plus 2027 wird man keinem Tourismusverband mehr angehören.

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