Tiefenbronn
Tiefenbronn -  14.09.2020
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Er hob die Gemeinde Tiefenbronn aus der Taufe: Ehrenbürger und Alt-Bürgermeister Hans Kubat feiert 80. Geburtstag

Tiefenbronn. Hans Kubat ist der Mann, der die Gesamtgemeinde Tiefenbronn 1972 mitten in der heißen Zeit der landesweiten Kommunalreformen als junger Bürgermeister aus der Taufe gehoben hat. Der dafür mit Kollegen und Gemeinderäten der damals noch selbstständigen Orte Lehningen und Mühlhausen intensiv verhandelte. Und der auch früh mit den Räten die Weichen für die noch heute tragfähigen Schulstrukturen stellte. Hochemotionale Herausforderungen.

Alles Gute zum 80. Geburtstag: Hans Kubat (links mit Ehefrau Inge) war ab Januar 1969 erst Bürgermeister des Orts Tiefenbronn – dann ab 1972 Rathauschef der neu entstandenen Gemeinde. Der heutige Bürgermeister Frank Spottek (rechts) und Kubats frühere Sekretärin Sandra Krautscheid gratulieren.
Alles Gute zum 80. Geburtstag: Hans Kubat (links mit Ehefrau Inge) war ab Januar 1969 erst Bürgermeister des Orts Tiefenbronn – dann ab 1972 Rathauschef der neu entstandenen Gemeinde. Der heutige Bürgermeister Frank Spottek (rechts) und Kubats frühere Sekretärin Sandra Krautscheid gratulieren.

„Das war manchmal heftig damals“, erinnert sich seine Ehefrau Inge. Hans Kubat schaut sie an und schmunzelt: „Ich glaube, wir haben das recht gemacht.“ Das Ehepaar, verheiratet seit 52 Jahren, empfängt Gäste zu Kubats 80. Geburtstag im eigenen Wohnzimmer in Tiefenbronn. Ein kleiner Rahmen für den besonderen Jahrestag – wegen Corona. Ohne die Pandemie, betont Kubats Nach-Nachfolger als Rathauschef, Frank Spottek, hätte die Gemeinde ihrem Ehrenbürger einen größeren Bahnhof bereitet.

Schließlich, so Spottek, könnten er und die aktuellen Gemeinderäte bis heute auf den Grundlagen aufbauen, die Kubat einst geschaffen habe: „Du kannst stolz sein auf Deine Arbeit.“ Wolle er heute besser verstehen, was sich in der Gemeinde wie und warum entwickelt habe, lohne es sich, mit Hans Kubat eine Runde durch die Orte zu drehen.

Gesundheit als wichtigster Wunsch zum Geburtstag

Gesundheit ist der wichtigste Wunsch Spotteks für das Geburtstagskind. Kubat lebt schon lange mit Einschränkungen und Herzproblemen. Doch er lasse sich davon nicht unterkriegen, so Spottek. „Unkraut!“, ruft der Jubilar da lachend in die Runde. Und dann entführt er die Gäste mit lebhaften Anekdoten in die Ursprungszeit der heutigen Kommune.

Wie er um seinen späteren Nachfolger, den mittlerweile verstorbenen Friedrich Sämann gekämpft habe zum Beispiel. Es habe letztlich einen Ministeriumsbeschluss gebraucht, um den Wechsel Sämanns aus der Justizverwaltung ins Tiefenbronner Rathaus möglich zu machen.

Kubat muss immer wieder für seine Pläne und Visionen kämpfen

Kämpfen musste Kubat immer wieder. Nicht nur um die heutige zentrale Grundschule für die Gemeinde und die Kooperation mit Neuhausen bei der Verbandsschule im Biet. Auch ums Wasser für Mühlhausen zum Beispiel. Als man den Ort ebenfalls an die Bodenseewasserversorgung anschließen wollte, habe der landesweite Verband keine Kapazitäten mehr frei gehabt. Kubat verhandelte so lange mit Kommunen landesweit, bis er eine gefunden hatte, die den Tiefenbronnern die für Mühlhausen benötigten zwei Sekundenliter Bodenseewasser abgetreten habe.

Kubat hatte ein Händchen für Mitarbeiter, die sich jahrzehntelang für die Gemeinde einsetzten. Neben Sämann war das beispielsweise auch Kämmerer Reinhold Keppler. Oder Sandra Krautscheid, die für Kubat das Vorzimmer des Bürgermeisters managte – genauso wie später für Friedrich Sämann – und Frank Spottek kann sich immer noch auf sie verlassen.

„Ich habe von Herrn Kubat viel gelernt“, sagt sie heute, „besonders das Organisatorische, das ganz Genaue.“ Der Jubilar hört das gerne. Als er wieder zu erzählen anhebt, unterbricht er sich selbst: „Jetzt höre ich aber auf.“ Schließlich feiert das Ehepaar noch mit den beiden Söhnen und ihren Familien.

Autor: hei