Tiefenbronn
Tiefenbronn -  09.09.2020
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Freispruch nach Messerattacke in Flüchtlingsunterkunft in Mühlhausen

Tiefenbronn-Mühlhausen. Das Urteil sei nicht besonders überraschend, wie Richter Konrad King in seiner Begründung zum Freispruch eines 26-jährigen Gambiers am Mittwoch sagte. Der Vorwurf, der Angeklagte habe am 16. April einen ebenfalls aus Gambia stammenden 21-Jährigen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Tiefenbronn-Mühlhausen mit einem Messer lebensgefährlich verletzt, war der Grund für die zweitägige Verhandlung.

Das Urteil sei nicht besonders überraschend, wie Richter Konrad King in seiner Begründung zum Freispruch eines 26-jährigen Gambiers am Mittwoch sagte.
Das Urteil sei nicht besonders überraschend, wie Richter Konrad King in seiner Begründung zum Freispruch eines 26-jährigen Gambiers am Mittwoch sagte.

Er sei jedoch nicht davon überzeugt, dass die Tat so geschehen sei, wie sie von einigen der Zeugen geschildert worden war, so King. Fest stehe für ihn lediglich, dass die beiden Männer Verletzungen davon getragen hätten. Wie es jedoch zu den Schnittwunden an den Armen des Angeklagten und der Kopfverletzung und den Schnittwunden am Hals des Geschädigten gekommen war, könne nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Zuvor hatten mehrere Zeugen teils stark voneinander abweichende Angaben zum Tathergang gemacht. So auch beim Hauptbelastungszeugen, einem 22-Jährigen, der mit dem Angeklagten und dem Geschädigten in der selben Flüchtlingsunterkunft untergebracht war.

Er sagte als letzter Zeuge aus und berichtete von einem Streit, der sich über zwei Wochen vor der Tat im April hingezogen habe. Den Grund für die Meinungsverschiedenheit konnte er nicht nennen. Was er jedoch beschrieb, war seine Sicht der Vorgänge. So sei der Streit eskaliert, er habe mehrfach versucht, schlichtend auf den Angeklagten und den Geschädigten einzuwirken. Diese hätten sich mehrfach geprügelt, wie er sagte. Nachdem sich die Auseinandersetzung in den Außenbereich des Hauses in Mühlhausen verlagerte, habe er resigniert von beiden abgelassen:

„Ich dachte, die sollen doch machen, was sie wollen.“

Daher habe er auch nicht gesehen, wie der Stich mit dem Messer in den Hals des Geschädigten geschehen sei. Schon beim ersten Verhandlungstermin vor rund zwei Wochen fiel auf, dass jede Darstellung in den Aussagen der jeweiligen Zeugen unterschiedlich ausgefallen war. Nachdem der 22-Jährige seine Ausführungen beendet hatte, regte Staatsanwältin Christine Roschinski an, ob es nicht sinnvoller sei, die objektiven Einschätzungen des sachverständigen Rechtsmediziners zu hören. Sie hoffe, dass sich so keine weiteren Widersprüche ergäben und stattdessen eine objektive Sichtweise zu wertvollen Erkenntnissen führen könnte.

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Autor: tim