Tiefenbronn
Biet -  20.10.2018
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Schulterschluss für schnellere Hilfe im Alter

Enzkreis/Pforzheim. Seit Jahren wirkt sich die demografische Entwicklung im Enzkreis mit jährlich steigenden Fallzahlen aus. Darauf weist Frank Johannes Lemke, Caritasdirektor und Vorsitzender der LIGA Pforzheim/Enzkreis in einer Pressemitteilung hin. Davon ist auch die Beratungsstelle Hilfen im Alter der Caritas Pforzheim für das Kämpfelbachtal und die Bietgemeinden betroffen. Die Kommunen Kämpfelbach, Neuhausen und Tiefenbronn wollen nun mit einer personellen auf das Problem Aufstockung reagieren.

Planen gemeinsam: Indira-Maria Mäurer (stv. Vorstandsvorsitzende Caritas Pforzheim, von links), Markus Schweizer (Beratungsstelle Hilfen im Alter der Caritas), Oliver Korz (Bürgermeister Neuhausen), Margit Jäger (Altenhilfeplanerin Enzkreis), Frank Spottek (Bürgermeister Tiefenbronn), Pfarrer Wolfgang Kribl (Pfarrgemeinden im Biet), Andrea Raible-Kardinal (Krankenpflegeverein Tiefenbronn), Udo Kleiner (Bürgermeister Kämpfelbach), Harald Benzinger (Vorsitzender Krankenpflegeverein Tiefenbronn) und Frank Johannes Lemke (Caritasdirektor). Foto: Privat
Planen gemeinsam: Indira-Maria Mäurer (stv. Vorstandsvorsitzende Caritas Pforzheim, von links), Markus Schweizer (Beratungsstelle Hilfen im Alter der Caritas), Oliver Korz (Bürgermeister Neuhausen), Margit Jäger (Altenhilfeplanerin Enzkreis), Frank Spottek (Bürgermeister Tiefenbronn), Pfarrer Wolfgang Kribl (Pfarrgemeinden im Biet), Andrea Raible-Kardinal (Krankenpflegeverein Tiefenbronn), Udo Kleiner (Bürgermeister Kämpfelbach), Harald Benzinger (Vorsitzender Krankenpflegeverein Tiefenbronn) und Frank Johannes Lemke (Caritasdirektor). Foto: Privat

Sozialarbeiter Markus Schweizer habe in seinem Kalender keine Termine mehr frei – und das bereits seit langer Zeit. „Nahezu täglich wenden sich an ihn rat- und hilfesuchende ältere Personen und Angehörige von pflegebedürftigen Menschen“, schreibt Lemke weiter. Mal gehe es darum, woher Pflegeleistungen zu erhalten sind, mal werde nach dem Krankenhausaufenthalt dringend ein Kurzzeitpflegeplatz gesucht, mal seien Anträge bei der Pflegekasse oder beim Sozialamt zu stellen.

Gemeinden wollen handeln

„Immer häufiger kommen Klienten jedoch mit der Frage auf Markus Schweizer zu, wie der häusliche Pflegealltag zu organisieren ist“, heißt es in dem Schreiben weiter. Und überall helfe der rührige Sozialarbeiter, der seit 1999 bei der Caritas Pforzheim beschäftigt ist. Was ihn dabei am meisten belaste, sei das Vertrösten auf später. Denn jeder Einzelne, der bei ihm nachfragt, habe laut Lemke ein dringendes und wichtiges Anliegen.

Die Bürgermeister der drei betroffenen Gemeinden wollten jetzt nicht länger warten. Zu wichtig sei ihnen die rasche und gute Unterstützung durch den Fachmann der Caritas. Udo Kleiner (Kämpfelbach) brachte es in der gemeinsamen Strategiebesprechung auf den Punkt: „Wir können nicht warten, bis andere Entscheidungen treffen. Wir sind unseren Senioren in besonderer Weise verpflichtet.“ Dem konnte sein Kollege Frank Spottek (Tiefenbronn) nur beipflichten. Oliver Korz (Neuhausen) machte sich für eine Beratungsstruktur „aus einer Hand“ auch in der Zukunft stark.

Gemeinsam wollen sie daher ihren Ratsgremien vorschlagen, den Stellenanteil von bisher einer Stelle auf eineinhalb Stellen ab Januar 2019 anzuheben. Dazu beitragen, dass dieses Ansinnen gelingt, sollen laut Lemke auch die am Beratungsprozess beteiligten Vertreter der örtlichen Krankenpflegevereine und die der Katholischen Kirchen. Pfarrer Wolfgang Kribl aus Neuhausen unterstrich: „Wir alle sind verpflichtet, Menschen im Alter nicht allein zu lassen“.

Lemke und sein Team wollen nun nicht nur die Personalressource für diese Arbeit erweitern. Es sei auch daran gedacht, zusammen mit ehrenamtlichen Helfern diese Arbeit weiterzuentwickeln und feste Ansprechzeiten in allen drei Gemeinden einzuführen. „Zu Beginn des neuen Jahres sollte das gelingen, sofern die Gemeinden entsprechende Beschlüsse fassen“, so Lemke. Zuvor hatte Margit Jäger vom Enzkreis zur Zukunft der Altenhilfe referiert und dabei auf die großen Herausforderungen verwiesen. pm/bel

Autor: pm