Tiefenbronn
Tiefenbronn -  27.09.2020
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Tiefenbronner Räte sagen ja zu schnellem Internet, aber nein zur Subvention

Tiefenbronn. Alle Gemeinderäte in Tiefenbronn finden es wichtig, dass jeder Haushalt möglichst schnell die Chance auf ein schnelles Datennetz hat. Doch der Ärger über den Breitbandausbau der vergangenen Jahre ist ebenso einhellig. Ein Dschungel unterschiedlicher Anbieter, technischer Bedingungen und Voraussetzungen für die Bürger. Schön und gut, dass der Enzkreis-Zweckverband jetzt verbliebene Lücken schließen wolle – mit hoher Förderung durch Bund und Land. Aber dass Tiefenbronn mit eigenen Zuschüssen die Anschlüsse für die Haushalte ganz kostenlos halten soll, wie es der Zweckverband auf Wunsch des Partners Vodafone vorschlägt? Dazu sagte am Ende mit neun gegen drei Stimmen bei zwei Enthaltungen eine klare Mehrheit nein.

Glasfaserkabel
Der Glasfaserausbau in Knittlingen soll rund 27 Millionen Euro kosten. Davon muss die Stadt eine Summe von 2,7 Millionen Euro beisteuern. Foto: Uwe Anspach/dpa-Archiv

Mehr Anschlüsse durch günstige Konditionen bedeuten zum einen mehr Pachteinnahmen für die Kommunen im Verband. Zum anderen muss eine Gemeinde auch dann Geld beisteuern, wenn die Bürger die zunächst geplanten 500 Euro pro Anschluss zahlen.

Den Tiefenbronnern ist klar, dass ihr Votum folgenlos bleiben könnte. Denn im Oktober entscheidet in der Zweckverbandsversammlung die Mehrheit. Derzeit ist die Biet-Gemeinde mit ihrer Haltung die Ausnahme. „Das ist das Schöne an Zweckverbänden“, kritisiert CDU-Fraktionschef Stefan Kunle. Dennoch will der Rat ein Signal senden. Vor allem gegen die Ungleichbehandlung der Bürger.

Bürgermeister Frank Spottek hatte diese Schieflage beschrieben. Weite der Teile der Gemeinde kämen nicht in Frage für einen Zweckverbandsausbau. Lehningen zum Beispiel sei zu 80 bis 90 Prozent am Glasfasernetz der Stadtwerke Pforzheim (SWP), Mühlhausen ebenfalls zu 40 bis 50 Prozent. Dazu kommen Vectoring-Angebote der Telekom. Tiefenbronn habe mit rund 30 Prozent Glasfaser den größten Nachholbedarf. „Ich tu mich auch schwer, wenn Bürger in den besser versorgten Bereichen 1.500 Euro für ihre Anschlüsse gezahlt haben, und die Gemeinde würde das nun für einige andere kostenlos machen.“

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