Wiernsheim
Wiernsheim -  11.09.2020
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Kontroverse Diskussion um Kunstrasenplatz: Debatte lässt in Wiernsheim die Wellen hochschlagen

Wiernsheim. Sport wird in Wiernsheim schon immer großgeschrieben. Deshalb gab es in der Wiernsheimer Gemeinderatssitzung eine kontroverse Diskussion über die notwendige Renovierung des Wiernsheimer Kunstrasenplatzes, die schließlich darin mündete, dass Bürgermeister Karlheinz Oehler den Punkt von der Tagesordnung nahm.

Der Kunstrasenplatz in Iptingen steht gut da, jener in Wiernsheim muss hingegen renoviert werden. Foto: Prokoph
Der Kunstrasenplatz in Iptingen steht gut da, jener in Wiernsheim muss hingegen renoviert werden. Foto: Prokoph

Der Streitpunkt: Von der Verwaltung schlug Bauamtsleiter Eberhard Lenckner vor, den Kunstrasenplatz der Gemeinde neben dem Sportgelände des TSV Wiernsheim für rund 45 000 Euro notdürftig reparieren zu lassen und das dort aufgebrachte Granulat mit Quarzsand zu ersetzen. Das Thema stand auf der Tagesordnung, weil das Granulat auf dem Platz mittlerweile stellenweise verklebt sei und die Bespielbarkeit zunehmend schlechter werde. Darüber hatte es seitens der Sportler bereits zahlreiche Beschwerden gegeben. „Ich bin mir sicher, dass in zwei bis drei Jahren ein Förderprogramm für Kunstrasenplätze aufgelegt wird“, argumentierte Bürgermeister Oehler für die Reparatur des Nötigsten als Übergang. Dazu kam aus den Reihen der Räte allerdings mehr Kritik als Zustimmung. „Das Granulat muss raus, aber der Quarzsand auf dem Kunstrasenplatz ist wie eine Notreparatur, bei der man eine kaputte Heizung nur schweißen würde“, argumentierte Achim Stuible (UL) dagegen. Überdies müsse dann der Sand mit Folgekosten von rund 35.000 Euro jährlich neu verfüllt werden, so Stuible.

„Der Platz ist total kaputt“, erklärte Uwe Bolz (SPD) in seiner Eigenschaft als langjähriger Fußballschiedsrichter und Vorsitzender der Sport- und Freizeitgemeinschaft Serres (SFG) und derjenige, der den 2019 eingeweihten Iptinger Kunstrasenplatz mit dem langlebigen Material „Tisca-Tiara“ mit auf den Weg gebracht hatte. Bei diesem Material sei auf dem Platz keine Bewässerung, kein Granulat und kein Sand zur Pflege nötig. Früher seien Kunstrasenplätze ausschließlich mit Quarzsand verfüllt worden, was zu einer höheren Verschmutzung der Kunstrasenplätze geführt habe, erklärte Bolz. Daraufhin habe man dann für die Plätze Granulat verwendet, das von der EU allerdings verboten werden soll.

Rund eine Million Euro Kosten veranschlagte die Verwaltung in der Sitzung für einen neuen Belag des Wiernsheimer Kunstrasenplatzes. Mit einem Drittel der Kosten rechnete Bolz. Den Wiernsheimer Platz mit Unterbau von einem Fachplaner prüfen zu lassen, regte Gerhard Hudak (UL) an. Und auch Wolfgang Hanisch (UL) plädierte dafür, keinen Schnellschuss mit einer Reparatur des Nötigsten zu machen, die später dann höhere Folgekosten haben könnte. Schon im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Oehler darauf hingewiesen, dass der mit Granulat verfüllte Wiernsheimer Kunstrasenplatz renoviert werden müsse. „Wir werden den Platz nun untersuchen lassen und die Kosten dafür dann erneut im Gemeinderat vorlegen“, sagte Oehler.

Autor: Ilona Prokoph