„Nein, TikTok ist keine verlässliche Quelle!“: PZ besucht GMS Heckengäu zum „Tag des Lokaljournalismus“
Wiernsheim. Wiernsheim. „Wer von euch liest die Zeitung?“ Mit dieser Frage richtete sich PZ-Redakteurin Elisa Hazeldine an die rund 30 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a und 8b der Gemeinschaftsschule* Heckengäu in Wiernsheim. Der Anlass des Schulbesuchs: Der „Tag des Lokaljournalismus“ am 5. Mai. Die Handmeldungen fielen spärlich aus. Gerade einmal vier Schüler gaben zu erkennen, dass sie ab und an mal einen Blick in die Print-Zeitung werfen.
Um so wichtiger war es, zu erklären, warum Lokaljournalismus und die Arbeit der „Pforzheimer Zeitung“ (PZ) wichtig ist. Im Vorgespräch erklärte Lehrerin Christina Blank, dass sie erst kürzlich damit begonnen habe, in den Medienkunde-Unterricht auch Materialien aus dem Projekt „KLASSE!“ des Pforzheimer Medienhauses einzubeziehen.
Für dieses Projekt können sich Lehrkräfte online anmelden, und erhalten unter anderem einen vierwöchigen Digitalzugang, mit dem auf das E-Paper der „Pforzheimer Zeitung“ und alle Artikel auf PZ-news zugegriffen werden kann.
„Bisher haben die Schülerinnen und Schüler sich besonders das E-Paper, also die digitale Zeitung, über die Schul-iPads angeschaut“, so Blank im Gespräch mit PZ-Redakteurin Hazeldine, die die Projektleitung von „KLASSE!“ im vergangenen Jahr übernommen hatte.
Wichtig war es für die Lehrerin, dass die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Darstellungsformen es in der PZ gibt und auf was es beim Erstellen der jeweiligen Artikel ankommt. Ein weiteres Augenmerk wurde auf das Thema Quellen gelegt. Wann ist eine Quelle verlässlich? Was kann man glauben und was nicht? Wie erkennt man bei der Flut an Informationen, die junge Menschen heutzutage in den Sozialen Medien überrollt, ob eine Nachricht fundiert recherchiert ist oder nicht?
Praktische Beispiele
Anhand von Beispielen aus einer aktuellen Ausgabe der „Pforzheimer Zeitung“ sowie Schulungsmaterialien von der „KLASSE!“-Website konnte Hazeldine den Schülern während ihres Vortrags ganz praktisch zeigen, welche Informationen in welche Artikel-Gattung gehören. Hier wurde auch hervorgehoben, woher die Redakteurinnen und Redakteure der PZ ihre Infos bekommen und wie eine Recherche funktioniert. Besonders interessiert waren die Schüler jedoch an einem kurzen „Richtig oder Falsch“-Spiel zum Thema „verlässliche Quellen“. Rege beteiligten sich die Jungen und Mädchen mit ihrer eigenen Meinung und haben am Ende gelernt:
„Nein, TikTok und Instagram sind grundsätzlich erst einmal keine verlässlichen Quellen.“
Fokus auf Lokaljournalismus
Natürlich wurde der Fokus beim Besuch in der GMS Heckengäu auch auf den Lokaljournalismus gelegt. Viele der Schüler waren sich einig, dass es wichtig sei, zu erfahren, was vor der Haustür, in Vereinen im Dorf und der Lokalpolitik passiere. Und noch wichtiger sei es, dass man diese Dinge auch leserverständlich wiedergebe, erklärt die PZ-Redakteurin ergänzend.
„Lokaljournalismus schafft Transparenz, Vertrauen und Teilhabe“, so Hazeldine gegenüber den Schülern.
„Es bringt uns allen nichts, wenn große Entscheidungen getroffen werden und wir sie nicht verstehen, weil die Experten in Paragrafen sprechen. Wir sind dafür da, Zusammenhänge zu erklären, Dinge zu recherchieren, dem Leser komplexe Vorgänge zu erklären und ihnen so die Möglichkeit zu geben, sich zu beteiligen“, stellt die Referentin zum Schluss ihres Klassenbesuchs für die Bedeutung der Branche heraus.
So viel bietet das Projekt „KLASSE!“ des Pforzheimer Medienhauses
Fake News, Social Media, Algorithmen – die Medienwelt ist komplexer denn je. Für junge Menschen gehört sie zum Alltag. Doch wie erkennt man verlässliche Informationen? Hier setzt das Schulprojekt „KLASSE!“ der „Pforzheimer Zeitung“ an. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler im kritischen Umgang mit Medien zu schulen und ihnen zu vermitteln, wie sich Qualitätsjournalismus von Fake News unterscheidet. „KLASSE!“ versteht sich als Baukasten für den modernen Medienkunde-Unterricht. Lehrkräfte erhalten Zugriff auf umfangreiches digitales Lehrmaterial: Videos, Quizformate, E-Learning-Module und Präsentationen. Durch die Kombination aus digitalen Lernformaten und journalistischer Praxis schafft das Projekt einen Zugang zu Medien, der sowohl alltagsnah als auch gesellschaftlich relevant ist. Denn: Wer heute versteht, wie Nachrichten entstehen, ist besser vorbereitet auf die Welt von morgen. Informationen gibt es im Internet.
* Transparenzhinweis: In einer früheren Fassung wurde geschrieben, dass es sich bei der GMS Heckengäu um eine Gesamtschule handelt. Dies ist nicht richtig. Die Abkürzung steht für "Gemeinschaftsschule".
