Wiernsheim
Wiernsheim -  19.07.2020
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Verzwickte Verkehrslage in Serres: Eltern fürchten um Kindersicherheit

Wiernsheim. Wer dieser Tage durch den Wiernsheimer Teilort Serres mit seinen Neubaugebieten auf der Kohlplatte fährt, der braucht vor allem eines: gute Nerven! Nicht nur, dass die zentral gelegene Bushaltestelle in der Hebelstraße momentan barrierefrei umgebaut wird. Die weiträumigen Absperrungen bis hinaus auf die Landesstraße sorgen zusammen mit den Umleitungen für eine in manchen Bereichen äußerst verzwickte Verkehrssituation, so dass Fußgänger, Rad- und Autofahrer zwangsläufig öfter auf Tuchfühlung gehen müssen, als es ihnen lieb sein kann. Vor allem ein Großteil der Eltern im Ort fürchtet zunehmend um die Sicherheit ihrer Kinder, deren Schulweg derzeit nicht selten zum Hindernislauf durch den Verkehr werden kann.

Vor solchen Treffen im Begegnungsverkehr zwischen Autos, Radfahrern oder Fußgängern fürchten sich derzeit etliche Eltern in Serres. Sie fordern, dass sich die Gemeinde um verkehrsberuhigende Maßnahmen vor Ort bemüht.  Foto: privat
Vor solchen Treffen im Begegnungsverkehr zwischen Autos, Radfahrern oder Fußgängern fürchten sich derzeit etliche Eltern in Serres. Sie fordern, dass sich die Gemeinde um verkehrsberuhigende Maßnahmen vor Ort bemüht. Foto: privat

Polizei sieht Handlungsbedarf

Dass Einwohner für verkehrsberuhigende Maßnahmen in Serres plädieren, ist kein neues Thema. Durch die aktuelle Situation, sagen Betroffene, spitze sich die Lage aber immer mehr zu. „Bei der augenblicklichen Situation können meine Kinder de facto nicht gefahrlos die Straßen überqueren“, sagt etwa eine besorgte Mutter. „Ich fahre meine Kinder momentan aus Sicherheitsgründen in die Schule“, ergänzt eine Nachbarin. Insbesondere am vorvergangenen Wochenende sei die Verkehrssituation geradezu eskaliert. „Wir haben uns nicht anders zu helfen gewusst und die Polizei darüber informiert, dass wichtige Absperrungen fehlen“, erzählt ein 39-jähriger Familienvater. Samstags hätten sich die Beamten aus Mühlacker daraufhin vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und „sofortigen Handlungsbedarf“ beziehungsweise „Gefahr im Verzug“ erkannt. „Am Sonntag sind dann Firmenmitarbeiter angerückt und haben sich um alles gekümmert.“

Bemängelt wird unter anderem auch, dass der Durchgangsverkehr von Großglattbach bis zur Kohlplatte II in Serres nicht durch ein Verbotsschild geregelt, sondern freigegeben ist. „Als in Iptingen die Kreuzbachbrücke saniert worden ist, hat man dort über ein Jahr gesperrt und in Serres ist das nicht mal für ein paar Wochen möglich, so lange die Bauarbeiten der Bushaltestelle dauern“, ärgern sich die Anwohner, die prinzipiell monieren, dass im Bereich der Bushaltestelle in der Hebelstraße, die etliche Kinder nutzen, aber auch in der Bergstraße oft zu schnell gefahren werde und es speziell für Kinder schwierig sei, dort die Fahrbahn zu überqueren. Hinzu komme die momentan massive Lärmbelästigung durch die Baumaschinen, an denen auch die Kinder mitunter auf ihrem Schulweg vorbei müssten.

Konstruktive Maßnahmen

„Wir haben so langsam das Gefühl, dass der Schutz der Bürger in Serres systematisch hinten angestellt wird, während in Nachbargemeinden die Tempo-30-Bereiche zunehmen“, bekennt der 39-jährige Familienvater. An einem Streit mit der Gemeindeverwaltung sei man aber keinesfalls interessiert, nur einzig an konstruktiven Maßnahmen, um die Schwachstellen beim Lärmschutz und dem aktuellen Verkehrskonzept, inklusive Beschilderung, zu beseitigen. „Dafür wollen wir sensibilisieren“, sagt der 39-Jährige. Denn in den vergangenen Jahren sei vor Ort nicht viel passiert, und dabei habe sich das allgemeine Verkehrsaufkommen vervielfacht. Man sei auch schon direkt auf Bürgermeister Karlheinz Oehler zugegangen und habe versucht, eine verträgliche Lösung zu finden. Aber dieser spiele die Verkehrsprobleme herunter, werfen die betroffenen Anwohner dem Rathauschef vor.

Ihre Hoffnungen setzen die besorgten Serremer Bürger nun vorwiegend auf die Verkehrsschau in der Heckengäu-Gemeinde, die im Oktober stattfinden soll.

Autor: Peter Hepfer