Wiernsheim
Wiernsheim -  09.08.2026
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Zwischen neuem Einsatzfahrzeug und Fettbrand: 2000 Besucher bei Wiernsheimer Feuerwehr Hocketse

Wiernsheim. Schon zum Auftakt am Samstag füllten sich die Zuschauerreihen. Diesmal stand keine der sonst üblichen Schauübungen auf dem Programm. Stattdessen zeigte Lars Toberer von Brandschutz Toberer aus Niefern-Öschelbronn, wie ein Feuerlöscher funktioniert und was bei einem Brand zu beachten ist. „Sie kennen es alle“, sagte Toberer. Man hantiere in der Küche, dann klingle der Postbote an der Tür, man wolle nur kurz öffnen – und vergesse dabei die Pfanne auf dem Herd.

Die Wiernsheimer Abteilungskommandanten Kevin Finke (links) und Chris Weigmann zeigen bei der Feuerwehr-Hocketse den neuen Mannschaftstransportwagen.
Die Wiernsheimer Abteilungskommandanten Kevin Finke (links) und Chris Weigmann zeigen bei der Feuerwehr-Hocketse den neuen Mannschaftstransportwagen. Foto: Ilona Prokoph

Gemeinsam mit Hans-Jürgen Diebolder demonstrierte Toberer eindrücklich, welche Folgen es haben kann, wenn heißes Fett in Brand gerät.

Auf keinen Fall dürfe dann Wasser zum Löschen verwendet werden, warnte der Fachmann. Dadurch könne eine große Stichflamme entstehen, die schwerste Verbrennungen verursachen und weitere Teile der Küche in Brand setzen könne. „Fett nie mit Wasser löschen“, mahnte Toberer.

Anschließend führte er vor, wie ein Feuerlöscher eingesetzt wird. Dabei erklärte Toberer auch die unterschiedlichen Brandklassen. „Es gibt keinen Feuerlöscher, der alles kann“, betonte er. „Jeder Schuss mit dem Feuerlöscher sollte ein Treffer sein“, sagte Toberer. Alle zwei Jahre müsse eine entsprechende Wartung durchgeführt werden.

„Wir wollten diesmal etwas anderes machen“, erklärten der neue Wiernsheimer Abteilungskommandant Kevin Finke und sein Stellvertreter Chris Weigmann. In den vergangenen Jahren hatte zum Auftakt der zweitägigen Hocketse meist eine Schauübung stattgefunden. „Wir gehen als Feuerwehr da rein, wo andere rausgehen“, fasste Finke die Arbeit der Einsatzkräfte zusammen. Weigmann ergänzte mit Blick auf die Vorführung: „Fritteusen gehören in jedem Haushalt dazu.“

Feuerwehr für Zukunft rüsten

Der 35-jährige Finke hat sich für seine neue Aufgabe einiges vorgenommen: „Mein Ziel ist, unsere Feuerwehr für die Zukunft gut zu rüsten, mit starker Kameradschaft und auf einem guten Ausbildungsniveau.“ Weigmann sagte: „Mir macht es Freude, wenn bei einem Einsatz wie Mitte Juli in Pinache das Erlernte effizient angewandt wurde.“ Die Wiernsheimer Feuerwehrabteilung zählt 47 Angehörige.

Am Sonntag stand außerdem ein neues Fahrzeug im Mittelpunkt: Der Mannschaftstransportwagen (MTW), ein VW Crafter mit acht Sitzplätzen, wurde für die Abteilung Wiernsheim in Dienst gestellt.

Dass die Feuerwehr bei der Hocketse nicht nur feiert, sondern auch ihre Arbeit präsentiert, kam bei den Besuchern gut an. „Es ist schön, dass die Arbeit der Feuerwehr hier ins Schaufenster gestellt wird“, sagte der Wiernsheimer Gemeinderat und CDU-Landtagsabgeordnete Nico Gunzelmann. „Was die Feuerwehr leistet, ist unbezahlbar“, lobte Besucher Heinz Degelmann. Auch Elisa Geist aus Ötisheim ist gerne dabei: „Wir mögen die Feuerwehrfeste in Wiernsheim.“

Neben den Vorführungen und Informationen wurde den Besuchern einiges geboten. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg, Rundfahrten mit dem Löschfahrzeug und einen Bobbycar-Parcours. Am Samstagabend unterhielt die Liveband „Wood Vibe“ mit Akustik-Cover-Rock von den 1970er-Jahren bis heute die Gäste.

Der Sonntag begann mit einem Weißwurstfrühstück, das vom Spielmannszug der Feuerwehren aus Niefern und Eutingen musikalisch umrahmt wurde. Ab 11 Uhr wurde zudem erstmals Ponyreiten angeboten. So verband die zweitägige Hocketse Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr mit einem umfangreichen Programm für die zahlreichen Besucher.