Wimsheim -  23.03.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

93,4 Prozent begründen eine neue Ära: Mario Weisbrich erreicht bei zweiter Wiederwahl in Wimsheim ein Topresultat

Wimsheim. Als der kleine Männerchor um Walter Jentner sein selbst gedichtetes Juxlied zu Ehren des „reichen Markgrafs Weisbrich“ anstimmt, ist die Stimmung im Alten Schulhaus gelöst. Die Bürgermeister der benachbarten Kommunen und aus dem Enzkreis sind zahlreich zum Gratulieren gekommen neben Landrat Bastian Rosenau, Wimsheimer Gemeinderäten und Vertretern von Vereinen und Institutionen vor Ort.

Der frisch wiedergewählte Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich mit Ehefrau Panja und den Kindern Hanna, Lea und Tom.
Der frisch wiedergewählte Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich mit Ehefrau Panja und den Kindern Hanna, Lea und Tom. Foto: Wewoda

Als Wahlvorstand Hans Lauser, erster stellvertretender Bürgermeister, kurz zuvor die 93,4 Prozent verlesen hat, die Mario Weisbrich seine dritte Amtszeit bescheren, brandet Applaus auf. Bei seiner dritten Bürgermeisterwahl in Wimsheim hat der erstmals auf dem Stimmzettel allein gebliebene Kandidat sein selbstverständlich bestes Resultat eingefahren. „Es ist ein schönes Ergebnis“, kommentiert Mario Weisbrich nach der Bekanntgabe.

„Starke Bürgermeistertruppe“

Mario Weisbrich bedankt sich bei den Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen und bei seiner Ehefrau Panja und seiner Familie mit den drei erwachsenen Kindern für den Rückhalt: „Ohne sie geht es nicht!“ Weisbrich fährt fort: „Besonders freut mich die starke Truppe aus Bürgermeisterkollegen aus dem Enzkreis, mit denen man Gäule stehlen kann.“

Eine noch höhere Wahlbeteiligung hätte sich Weisbrich zwar gewünscht, wie er einräumt. „Als Solo-Kandidat muss ich aber damit zufrieden sein“, fügt er hinzu. Die erst zwei Wochen zurückliegende Landtagswahl habe wohl einen negativen Effekt gehabt, glaubt Wahlvorstand Hans Lauser, für Wimsheim findet er die Beteiligung etwas „schmal“. Auch habe es einige ungültige Stimmen gegeben – Fantasienamen seien da etwa auf Stimmzetteln zu lesen gewesen. Zu den ersten Gästen zählen neben Landrat Bastian Rosenau der Tiefenbronner Kollege Frank Spottek, der Ispringer Thomas Zeilmeier, Werner Henle aus Ötisheim und Michael Teply aus Wurmberg.

Wahlbeteiligung verhalten

24 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer sind am Sonntag in den Wahllokalen im Einsatz. Unter ihnen auch zweiter stellvertretender Bürgermeister Klaus Bohnenberger, der einen doch deutlich verhalteneren Andrang im Wahllokal Evangelisches Gemeindehaus am Nachmittag beobachtet als vor zwei Wochen beim Urnengang für ganz Baden-Württemberg.

Umstrittene Ansiedlung

Der 52-jährige Diplom-Verwaltungswirt Mario Weisbrich erhält damit einen Tag vor seinem Geburtstag ein deutliches Votum für eine dritte Amtszeit, die nun eine Ära begründet. Erstmals war er 2010 ins Amt gewählt und 2018 bestätigt worden – trotz damals ernsthafter Konkurrenz. Die durchaus scharfe und emotionale Auseinandersetzung um die umstrittene Ansiedlung der Goldscheideanstalt Hafner in seiner ersten Amtszeit bezeichnet Weisbrich als „eine der großen Herausforderungen“ seines bisherigen Wirkens auf dem Sessel des Rathauschefs. Eine demokratische Entscheidung sei am Ende gestanden – „heute ist das kein Thema mehr“. Mit der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung und der daraus entstandenen Liste für den Gemeinderat habe man konstruktiv zusammengearbeitet, hält Weisbrich sich und seiner Verwaltung zugute. Die Wimsheimerinnnen und Wimsheimer seien durchaus kritisch, aber stets offen. So entstünden fruchtbarer Austausch und Dialog.

Die drei größten und wichtigsten Aufgaben, die nun für ihn und den Gemeinderat anstehen, benennt Weisbrich schnell: Der Neubau eines Hochbehälters für die Wasserversorgung im Zweckverband, der zweite Abschnitt des Breitbandausbaus und die Fortentwicklung der Kinderbetreuung stehen an.

Stimmen aus dem Gemeinderat zur dritten Amtszeit für Mario Weisbrich

Hans Lauser, Gemeinderat der Bürger für Wimsheim und erster stellvertretender Bürgermeister, sagt zur dritten Amtszeit von Mario Weisbrich: „Ich erwarte, dass er die Gemeinde weiter zielstrebig und geduldig nach vorne bringt.“ Ansonsten ist Lauser voll des Lobes für den Diplom-Verwaltungswirt: Der Grundstein für das Wohn- und Pflegeheim im Lerchenweg sei gelegt, die Erweiterung des Kindergartens im Mühlweg stehe an. Weisbrich suche immer das Miteinander im Gemeinderat und handle im Einvernehmen. „Wir sind stets gut informiert über alle Pläne“, stellt Lauser fest. „Er ist ein Vollblutbürgermeister“, erklärt der ehrenamtliche Stellvertreter Weisbrichs. Für extrem akten- und gesetzeskundig hält Lauser den Rathauschef. Anders sei es auch nicht machbar in einer Kommune dieser Größenordnung und mit der Vielfalt der Themen. Quereinsteiger hätten es da schwer. „Wir sind froh, ihn zu haben“, so Lauser. Klaus Bohnenberger von der Freien Wählervereinigung wünscht sich ebenfalls, dass Weisbrich „insgesamt so weitermacht wie bisher“. Größte Aufgaben seien der Erhalt und die Sanierung der Infrastruktur sowie der Breitbandausbau. Die Ansiedlung der Firma Hafner zu Beginn von Weisbrichs Ära sei die bisher größte Herausforderung gewesen, sagt der zweite ehrenamtliche Stellvertreter, die er aber gut gemeistert habe. „Ansonsten sind wir gut aufgestellt, was die Gewerbesteuer betrifft.“