Wurmberg -  09.01.2026
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Kandidatenvorstellung in Wurmberg: Ein Bürgermeister in Siebenmeilenstiefeln

Wurmberg. Am 18. Januar wird in Wurmberg gewählt. Amtsinhaber Jörg-Michael Teply ist der einzige Bewerber und hat sich nun bei der Kandidatenvorstellung in der Turn- und Festhalle den Fragen der Zuhörer gestellt.

Solo-Kandidatur: Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply hat bei der Wahl am 18. Januar keinen Gegenkandidaten. Bei der Vorstellung in der Turn- und Festhalle skizzierte er den Kurs der Gemeinde.
Solo-Kandidatur: Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply hat bei der Wahl am 18. Januar keinen Gegenkandidaten. Bei der Vorstellung in der Turn- und Festhalle skizzierte er den Kurs der Gemeinde. Foto: Röhr

Nein, er wolle nach einer Wiederwahl keine Consulting-Firma gründen, erwiderte Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply am Donnerstagabend bei der Kandidatenvorstellung in der Turn- und Festhalle des Ortes, auf eine wohl nicht ernst gemeinte Frage aus dem Publikum, die auf die Kontroverse um Pforzheims OB Peter Boch abzielte. Die Dienstzeit gebe solch eine Nebenbeschäftigung nicht her und seine Freizeit sei ihm zu kostbar. Diese verbringe er lieber mit seiner Familie, betonte der Verwaltungschef.

In etwa einer Woche, am 18. Januar, wird in Wurmberg gewählt: Amtsinhaber Teply ist der einzige Bewerber und strebt eine dritte Amtszeit an. Was lief in den vergangenen Jahren in Wurmberg und Neubärental gut, was weniger? Welche Projekte wurden realisiert und welche Herausforderungen stellen sich für die Zukunft? Der Bürgermeister lud die rund 90 Zuhörerinnen und Zuhörer, zu denen auch Mario Weisbrich, Amtskollege der Nachbargemeinde Wimsheim – dort wird am 22. März gewählt – , zu einem gedanklichen Dorfrundgang ein.

„Ein gemütlicher Spaziergang über unsere Gemarkung ist angesichts der Themenfülle aus zeitlichen Gründen nicht möglich“, so Teply.

Für seinen Vortrag hatte er lediglich ein Zeitfenster von 20 Minuten. Es werde eher eine Tour mit Siebenmeilenstiefeln.

Und so startete Teply beim Rathaus, das sich gleich neben der Turn- und Festhalle befindet. Dessen Sanierung und Umbau werde sicherlich noch mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Gleich mehrmals in seiner Rede nahm er Bezug auf Fördermittel, die für die Gemeinde sehr wichtig seien. Das wohl größte Hochbauprojekt in Wurmberg für die kommenden Jahre stellte der Verwaltungschef unmittelbar danach vor: ein neuer Anbau an die Grundschule, bedingt durch den Bevölkerungszuwachs und den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung. Als eine der wichtigsten Aufgaben kennzeichnete der Rathauschef die Trinkwasserversorgung. Vor ein paar Jahren habe sich die Gemeinde zusammen mit Nachbarkommunen und den Stadtwerken Pforzheim auf den Weg begeben, die Trinkwasserversorgung für die Zukunft aufzustellen. In diesem Zug ist auch der Bau eines neuen Hochbehälters ein zentraler Baustein, so der Bürgermeister. Kritisch blickte Teply auf den Verkehrsknoten am Pfarrhaus. Eng, kurvenreich, unübersichtlich, so das Urteil des Rathauschefs.

„Der Enzkreis als zuständiger Straßenbaulastträger tut sich schwer, seiner Verantwortung für verkehrssichere Verhältnisse auf diesem Teil der Ortsdurchfahrt nachzukommen“,

ärgerte er sich.

Der Bau einer Teilortsumgehung durch den Enzkreis sei unabdingbar und Teply appellierte, den Schulterschluss mit der Gemeinde für solch eine Umfahrung zu erreichen. Gut aufgestellt sieht er Wurmberg bei der ärztlichen Versorgung. Was jetzt noch fehle, sei aber eine Apotheke, betonte er. Ein weiterer Punkt: Breitbandausbau. Der Amtsinhaber zeigte sich zuversichtlich, dass in Wurmberg bis Ende 2026 alle Glasfaseranschlüsse in Betrieb sind. Auf die Kritik eines Zuhörers, dass Teply keine Vision für Wurmberg 2034 geliefert habe, erwiderte dieser, dass man realistisch die nächsten acht Jahre planen müsse. Weitere Fragen befassten sich mit dem Ausbau des ÖPNV – speziell auch die Verbindung abends von Pforzheim nach Wurmberg, beziehungsweise den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen in der Gemeinde.

Für die ältere Bevölkerung wünschte sich eine Zuhörerin zudem mehr Schattenplätze. Beim Ausbau des ÖPNV-Angebots liege die Verantwortung beim Kreis, so Teply. Der barrierefreie Ausbau von Haltestellen werde kommen, auch wenn er die Erreichbarkeit von manchen Bus-Stopps mit dem Rollstuhl oder Rollator hinterfragte.