Bikepark auf dem Sommerberg endgültig geschlossen: Wie gehts nun weiter?
Bad Wildbad. Die Gespräche über einen Weiterbetrieb des Bad Wildbader Bikeparks auf dem Sommerberg sind erfolglos. Bedeutet das nun das Aus?
Jetzt ist es endgültig: Der Adventure Bikepark auf dem Bad Wildbader Sommerberg ist geschlossen. Der Pachtvertrag mit den Betreibern ist gekündigt. Die Strecken sind gesperrt. Die Adventure Bikes GmbH und Co. KG ist aufgehoben und gelöscht. Und es sieht nicht so aus, als würde der traditionsreiche Bikepark, der zu den anspruchsvollsten Mountainbike-Rennstrecken Deutschlands zählt, in absehbarer Zeit wieder öffnen.
In den vergangenen Wochen wurde hinter den Kulissen zwischen der Stadt als Grundstückeigentümerin und den bisherigen Pächtern noch um eine Lösung gerungen (PZ hat berichtet), doch inzwischen scheint das Tischtuch zerschnitten zu sein. Auf seiner Homepage treten die Verantwortlichen des Bikeparks nach: „Die neuen bürokratischen Anforderungen waren im letzten Jahr wirtschaftlich und personell nicht mehr leistbar. Daher wurde der Pachtvertrag für den Bikepark von der Stadt gekündigt. Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr pragmatisch denkende Politiker, die ihrem gesunden Menschenverstand verpflichtet sind.“
Durch die Kündigung sei dem Bikepark die Existenzgrundlage ersatzlos entzogen worden, sagt der Geldgeber des Bikeparks, der seinen Namen nicht mehr veröffentlicht haben möchte, im Gespräch mit der PZ. Die Stadt habe auch ein Angebot seinerseits ausgeschlagen, den Wald des Bikeparks zu kaufen.
Keine Perspektive
Liegt die Schuld für die Schließung der Downhillstrecke also alleine an überbordender Bürokratie und mangelndem Willen der Stadt? Mitnichten, findet Bürgermeister Marco Gauger. Für den Bikepark hätten die Betreiber weder eine klare Perspektive erkennen lassen, noch seien vertragsrechtliche Voraussetzungen erfüllt worden.
„Auch in finanzieller Sicht sind noch Fragen offen. Wir versuchen, das nun juristisch zu klären“,
so Gauger.
Der Rathauschef hält sich, was offene Rechnungen betrifft, bedeckt. Nach Informationen der PZ soll es jedoch erhebliche Außenstände geben. Da die Adventure Bikes GmbH & Co. KG aber gelöscht wurde, gibt es keinen eindeutigen Ansprechpartner für die Begleichung von Rechnungen. Diese unklare Lage war auch der Grund dafür, dass die Mountainbike-Rennserie Enduro One in Bad Wildbad abgesagt wurde. Eigentlich sollte sie am 11. und 12. April stattfinden.
Zum Thema Waldverkauf fügt Gauger hinzu: Dies sei niemals ein Thema gewesen und komme auch überhaupt nicht in Frage.
Doch nicht nur die Stadt droht auf offenen Rechnungen sitzenzubleiben. Wie kommen eigentlich diejenigen zu ihrem Recht, die noch Gutscheine oder Wertkarten für den geschlossenen Bikepark besitzen? Der Geldgeber verweist auf die Stadt als Grundstückseigentümerin. Die möchte sich zu diesem Thema jedoch nicht äußern.
Wie es aussieht, wird der Bikepark in dieser Saison also nicht mehr öffnen. Doch gibt es überhaupt noch eine Chance für ihn? Das letzte Wort habe der Gemeinderat, erklärt die Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad GmbH, Stefanie Bott. Die Bürgervertreter müssten eine Grundsatzentscheidung darüber fällen, ob das einstige Aushängeschild Bad Wildbads Geschichte ist oder ob er mit neuem Konzept und neuem Pächter weiterbetrieben werden soll.
„Aus touristischer Sicht ist es sehr schade, dass der Bikepark geschlossen ist. Wir hoffen, dass es langfristig eine Lösung gibt“,
so Bott.
Gauger fügt hinzu, dass sich die Stadt nun sortieren müsse und Vorschläge erarbeiten wolle, wohin die Reise mit dem Bikepark gehen könne.
Wie berichtet, haben die Verantwortlichen des Bikeparks Anfang Dezember 2025 bekanntgegeben, den Betrieb zum Jahresende aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen. Die Stadt als Verpächterin des Bikeparks wurde von der Entscheidung überrascht. Auch der dazugehörige Radladen im ehemaligen Hallenbad wurde geschlossen. Nachfolgende Gespräche mit der Stadt blieben nun offensichtlich erfolglos.
