Calmbacher Tischtennis-Ass schmunzelt vor VfB-Heimspiel gegen Celtic über Fußball-Rivalität
Bad Wildbad/Bad Liebenzell/Stuttgart. Im Tischtennis hat der inzwischen 43-jährige Craig Gascoyne als Sohn eines Schotten und einer Engländerin diese beiden Länder und obendrein die im Ärmelkanal gelegene Insel Jersey vertreten. Ganz generell ist es bei Briten nicht immer einfach, die genaue Zugehörigkeit zu bestimmen. Zumindest von daher hat es etwas für sich, dass sein aus Glasgow stammender Vater David dem heutigen Spielertrainer des TV Calmbach gegenüber bei einem Fußball-Thema früh für Klarheit gesorgt hat: „Wir sind für die Rangers“, sagte er.
Hintergrund dieses Bekenntnisses sind die Abstammung sowie die Mitgliedschaft in der anglikanischen Kirche.
Celtic Glasgow wiederum, der Club, der an diesem Donnerstag um 18.45 Uhr in der Stuttgarter Fußball Arena spielt, weiß traditionell die katholische Bevölkerung hinter sich. Mit 1:4 hat Celtic in den Europa-League-Play-offs das Hinspiel gegen den VfB verloren. Nach dem zweiten Kräftemessen mit den Schwaben, deren Weiterkommen auch für Gascoyne außer Frage steht, tritt Schottlands Meister am Sonntag im ungefähr 450. Stadt-Derby, dem sogenannten „Old Firm“, bei den Rangers an. Dann spielt der Zweite gegen den Dritten, geht es also nicht zuletzt um die Chance auf den Titel.
Gascoyne, der nicht der große Fußball-Fan ist, hat den Eindruck, dass sich die Rivalität der beiden Clubs abgeschwächt hat, sich die Fanlager jedenfalls nicht mehr feindselig gegenüberstehen wie in früheren Zeiten. Auf jeden Fall laufen inzwischen auch bei Celtic und den Rangers Spieler aus aller Welt auf.
Abgeschwächte Rivalität der Clubs aus Glasgow
Der aus Liebe in den Schwarzwald gezogene Schotte verrät auch, ein Cousin, der in Nürnberg lebe, sei Celtic-Anhänger. Ihn möchte er im Sommer für Schottlands WM-Spiele treffen.
Grundsätzlich kennzeichne die Schotten ein großer Zusammenhalt, erläutert Gascoyne. In den Stadien geht es auf jeden Fall stimmungsvoll zu. „Die lieben es zu feiern: Die schottischen Fans werden nicht aggressiv, wenn sie Alkohol trinken, die werden dann freundlicher.“
Der in Nottinghamshire in England aufgewachsene Gascoyne, der nun im Thermalbad in Bad Liebenzell als Bademeister arbeitet, hat übrigens Sportentwicklung studiert. Als Auswahlspieler hat der Vater einer Tochter ausgerechnet im Celtic Park unvergessliche Momente erlebt, 2014, als er bei der Eröffnungsfeier der Commonwealth Games dabei war. „Eine Wahnsinnserfahrung“ sagt Gascoyne. Auch damals war die Stimmung dort hervorragend. rks
