Bad Wildbad
Bad Wildbad -  08.10.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Er ist zurück: Großkran soll Bad Wildbader Sorgen-Windrad flott machen

Bad Wildbad. Es tut sich endlich wieder was auf dem Kälbling: Nach monatelangem Stillstand wird im Windpark auf dem Höhenzug über Calmbach nun wieder ein Großkran aufgebaut. Dies teilt die Pressesprecherin der EnBW, Miriam Teige, auf Anfrage von PZ-news mit.

Windpark Kälbling Windrad Defekt
Bereits im Sommer waren mit Hilfe eines Großkrans Teile einer der beiden Windanlagen auf dem Kälbling zur Reparatur abmontiert worden. Doch bevor sie wieder angebracht werden konnten, musste der Kran weg – und das Warten begann von Neuem. Foto: Röhr (Archivfoto)

Mit diesem Kran sollen dann endlich die reparierten Windradteile wieder angebracht werden – und dann könnte auch die zweite der beiden Anlagen nach über einem Jahr Ausfall Strom erzeugen. Bereits in der vergangenen Woche habe die EnBW erfahren, dass die Firma die ersten Kranteile aufbaue. „Voraussichtlich steht der Kran, je nach Witterung, bis Ende der Woche“, sagt Teige.

Zuletzt waren im Sommer mit Hilfe eines solchen Großkrans, Teile des Windrades abgebaut worden, da diese am Boden repariert werden mussten. Anfang August musste der Kran aber wieder zu einer anderen Baustelle abrücken – das Windrad konnte nicht fertiggestellt werden. Und was war jetzt eigentlich kaputt?

„Die Hauptwelle war defekt. Sie ist das zentrale mechanische Verbindungselement in einer Windkraftanlage, das die Rotationsenergie vom Rotor zum Getriebe oder direkt zum Generator überträgt. Sie ist Teil des Antriebsstrangs in der Gondel“, erklärt Teige.

Die reparierten Teile würden nun am Boden liegen und sollen demnächst wieder oben installiert werden.

Generell hat es laut Teige deshalb so lange gedauert, weil der spezielle Kran nicht verfügbar war.

„Die Kranverfügbarkeiten sind gerade deutschlandweit der Flaschenhals für Installationen von Windenergieanlagen, daher dauert das leider so lange“, sagt Teige.

Gemeinsam mit dem Hersteller Vestas tue die EnBW „alles, was in unserer Macht steht, um das Windrad zu reparieren“. Es sei einfach ein hoch komplexes Vorhaben.

Wie berichtet, war der Windpark Kälbling im Sommer 2025 in Betrieb gegangen. Eigentlich sollten dort ab diesem Zeitpunkt zwei Anlagen Strom produzieren, doch eine der beiden Anlagen fiel kurz nach der Inbetriebnahme wegen eines schwerwiegenden Defektes aus und steht seither still.

Die Liste der Probleme rund um den Windpark Kälbling ist mittlerweile lang. Bereits im Jahr 2016 hatte die EnBW den Zuschlag für die Entwicklung des Standorts erhalten. Ursprünglich waren auf dem Kälbling drei Windräder geplant, nach der Insolvenz des Herstellers Senvion plante die EnBW jedoch um. 2023 wurden schließlich zwei Anlagen des Typs Vestas V162 mit jeweils 5,6 Megawatt Leistung genehmigt. Ein Jahr später begann der Bau. Beim Aufbau führten Wind und Wetter immer wieder zu Verzögerungen, auch wurde beim Transport ein Rotorblatt beschädigt und musste repariert werden. 2025 ging der Windpark in Betrieb – zumindest zur Hälfte. Seit diesem Sommer läuft nun die aufwendige Reparatur. Diese wurde durch einen spektakulären Einsatz unterbrochen, der deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hatte: Mitte August musste ein Arbeiter von der Gondel des Windrades in 170 Metern Höhe gerettet werden. Er hatte bei den Arbeiten in schwindelerregender Höhe einen Bandscheibenvorfall erlitten. Der 36-Jährige war schließlich von den Höhenrettern in einer Schleifkorbtrage an Seilen nach unten transportiert worden.

Die Hoffnung ist nun groß, dass es endlich vorwärts geht beim Windpark Kälbling. Viele Menschen in der Region haben kein Verständnis für die langen Verzögerungen. Die EnBW betont, der Vorfall sei einzigartig, zeigt aber auch Verständnis für den Unmut in der Bevölkerung und auch im Bad Wildbader Gemeinderat, wo der lange Ausfall und die damit entgangenen Einnahmen immer wieder Thema waren.

„Dass mit einem solchen einzigartigen Vorfall auch Fragen in der Bevölkerung auftauchen, ist verständlich. Den Bürgern gehe seit Monaten Strom aus erneuerbaren Energien verloren, der EnBW die geplanten Einnahmen.

„Wir setzen aber mit unseren Projektpartnern alles daran, dass das Windrad wieder zum Laufen kommt“ versichert Teige.

Wenn beide Anlagen dann tatsächlich einmal laufen, sollen sie laut den Berechnungen der EnBW rund 23.500 Megawattstunden Strom pro Jahr liefern. Diese Menge reicht rein rechnerisch für 5.600 Haushalte. Die Windräder dürfen sich aus Artenschutzgründen allerdings zunächst nicht 24 Stunden und sieben Tage pro Woche drehen. Die Anlagen sollen 30