Bad Wildbad
Bad Wildbad -  05.03.2025
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Fassdaubenrennen in Bad Wildbad: So lief das Spektakel vor 100 Jahren ab

Hans Schabert. Die Veranstalter vor 100 Jahren hatten es bei genügend Schnee einfacher mit dem Fassdaubenrennen als die heute Verantwortlichen der Skizunft Wildbad kürzlich (die PZ berichtete). Alten Tageszeitungen der Stadt ist 1925 zu entnehmen, dass Anfang März so starker Schneefall herrschte, dass es in ganz Württemberg zu Verkehrsbehinderungen kam.

Nicht vor 100, aber immerhin vor 40 Jahren entstand beim Fassdaubenrennen auf dem Sommerberg diese Aufnahme, die aus dem Archiv von Götz Bechtle stammt,der über viele Jahre hinweg die Veranstaltung organisierte. Digitalarchiv Schabert
Nicht vor 100, aber immerhin vor 40 Jahren entstand beim Fassdaubenrennen auf dem Sommerberg diese Aufnahme, die aus dem Archiv von Götz Bechtle stammt,der über viele Jahre hinweg die Veranstaltung organisierte. Digitalarchiv Schabert Foto: Schabert

Die vom „Wintersport-Verein Wildbad“ ausgetragenen „Schneeschuh-Wettkämpfe“ und das Fassdaubenrennen auf dem Sommerberg erhielten riesigen Zuspruch. Der 15-Kilometer-Langlauf der Herren um den „Wildbader Wanderbecher“ musste allerdings auf die nächste Wochenmitte, Mittwoch den 18. März 1925, 16 Uhr, verschoben werden, da ein „Schneesturm die Zeichen und Spuren des sehr schön angelegten Laufes verweht hatte“.

Immerhin konnte der Damen-Langlauf über sieben Kilometer reibungslos abgewickelt werden. Zwar holte sich den ersten Preis ein Fräulein Grosse aus Pforzheim, aber „als zweite Siegerin ging Frl. Tony Maier, als dritte Siegerin Frl. Klauß von hier aus dem Wettkampf hervor“. Dies ist über die Treppchenplätze von zwei Wildbader Starterinnen im digital jedermann zugänglichen Zeitungsarchiv des Landkreises Calw nachzulesen.

Am Nachmittag starteten laut Wildbader Tagblatt – ähnlich wie schon im Jahr zuvor der Zeitung zu entnehmen – 60 Schulkinder beim Fassdaubenrennen. Sie kämpften um das als ersten Preis ausgelobte Paar Schneeschuhe. Bekannt kommt allen, die das 1923 erstmals ausgetragene Fassdaubenrennen einmal miterlebt haben, das wörtlich Berichtete vor: „Ihr Lauf und die Sprünge über den kleinen Sprunghügel ergaben häufig Situationen, welche bei den zahlreichen Zuschauern eine Lachsalve nach der anderen auslösten. Ein großer Teil bekam schöne Preise, alle aber eine Wurst und eine Tasse Tee.“ Den Schluss bildete laut dem alten Zeitungsbericht ein Schauspringen vom großen Sprunghügel, an dem sich acht Herren aus Wildbad und Pforzheim, „darunter auch ein Allgäuer“, beteiligten, „die prächtige Sprünge bis 35 Meter ausführten“.

Die Siegerehrung fand unter Regie des Vereinsvorsitzenden Stephan im Wildbader Hof statt, wo Stadtschultheiß Bätzner, der die Wettkämpfe auf dem Sommerberg verfolgt hatte, ein Grußwort sprach. Welches Zuschauerinteresse die Veranstaltung fand, geht für den Berichterstatter aus der Nutzung der Bergbahn hervor. Er schreibt, dass für die Bergfahrt 2693, für die Talfahrt 995 Karten ausgegeben wurden, und folgert, dass „mit den Abonnenten 3800 Personen die Bergbahn benützten.“

Wildbader Wanderbecher

Den nachgeholten Kampf um den Wildbader Wanderbecher entschied der eine Minute schnellere August Schmid in einer Stunde 13 Minuten und 10 Sekunden vor Titelverteidiger Wilhelm Wacker für sich. Gut schlug sich im Feld der Sieger der 18- bis 20-Jährigen, „Herr Rücklin aus Calmbach“, der in 1:21:19 das Ziel erreichte.