Bad Wildbad
Bad Wildbad -  15.04.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Hohe Einnahmen durch Holzverkauf: Rekordjahr im Bad Wildbader Wald

Bad Wildbad. Diese gute Nachricht aus dem Bad Wildbader Stadtwald nehmen die Bad Wildbader Bürgervertreter mit Freude zur Kenntnis: Der Verkauf von städtischem Holz hat im vergangenen Jahr – bedingt durch den sehr hohen Holzpreis – rund 835.000 Euro eingebracht. Abzüglich der Aufwendungen bleiben für die Stadt immerhin rund 560.000 Euro.

Mit der Waldarbeiter-Mannschaft freuen sich auch Förster Andreas Wacker und Bürgermeister Marco Gauger (rechts) sowie der Kleine Münsterländer Theo über dieenormen Einnahmen, die durch hohe Holzpreise erzielt werden konnten.
Mit der Waldarbeiter-Mannschaft freuen sich auch Förster Andreas Wacker und Bürgermeister Marco Gauger (rechts) sowie der Kleine Münsterländer Theo über dieenormen Einnahmen, die durch hohe Holzpreise erzielt werden konnten. Foto: Stadtverwaltung Bad Wildbad

Forstbereichsleiter Andreas Wacker konnte in der jüngsten Sitzung des gemeinderätlichen Bau- und Umweltausschusses diese Rekordzahl verkünden – und das gleich im ersten Jahr der Eigenbeförsterung. Zuvor war Wacker im Dienste des Landratsamts Calw. Seit 2025 gehört er dem Rathausteam an. Doch der langjährige Förster hatte noch mehr spannende Informationen rund um den über 2000 Hektar großen Stadtwald zu berichten:

Preise:

„In den 35 Jahren, in denen ich im Wald arbeite, habe ich noch nie so hohe Holzpreise wie derzeit erlebt“, sagt Wacker. Das könne sich jedoch sehr schnell auch wieder ändern, warnt er vor allzu großen Erwartungen. Dennoch ist er optimistisch und rechnet für das laufende Jahr mit Einnahmen aus dem Holzverkauf in Höhe von rund einer Million Euro und damit mit einem Überschuss von knapp 240.000 Euro. Groß sei momentan auch die Nachfrage nach Brennholz: „Wenn die Heizölpreise nach oben gehen, merken wir das gleich. Wir führen momentan eine Warteliste, so groß ist das Interesse.“ Eine gute Einnahmequelle für die Stadt sind übrigens auch die Jagdpachten. Über 35.000 Euro haben sie 2025 eingebracht.

Waldumbau:

Die Stadt Bad Wildbad wird sich umstellen müssen, wenn sie ihren kostbaren Wald für Generationen erhalten will. Der seit 1961 lückenlos geführte Klimaatlas Baden-Württemberg belegt es für die Stadt wissenschaftlich und damit eindeutig: Es wird wärmer. „Die Winter werden kürzer, Schneetage werden weniger“, sagt Wacker. Für die Stadt mit ihrem riesigen Waldanteil bedeutet das, die Fichte wird dort nicht mehr überleben. Dabei macht sie über 40 Prozent des Baumbestands aus. Besser kommen Baumarten aus südlicheren Regionen hier zurecht, zum Beispiel die Schwarzkiefer.

Zahlen:

12.284 Festmeter Holz wurden im vergangenen Jahr gefällt. Liegt es bei den hohen Holzpreisen nicht nahe, noch mehr Holz zu ernten? „Wir schlagen immer nur so viel ein, wie im Forst auch nachwächst. Nachhaltigkeit ist für uns ein ganz arg wichtiges Thema“, betont Wacker. Im laufenden Jahr rechnet er mit einer ähnlichen Erntemenge.

Schädlinge und Wasserversorgung:

Durch ausgebliebene Stürme, kühle Temperaturen im Mai und viel Regen im Sommer ist es 2025 zu keiner Massenvermehrung des Borkenkäfers und damit nur zu geringem Käferbefall gekommen. In den Höhenstadtteilen und auf dem Sommerberg kämpfen die Waldarbeiter allerdings mit Dürreschäden an alten Buchen und Tannen.

Sommerberg:

Von den touristischen Einrichtungen auf dem Sommerberg, wie Hängebrücke Wildline oder Baumwipfelpfad, profitiert Bad Wildbad durch Pachteinnahmen. Sie bedeuten allerdings auch Mehrausgaben wegen erhöhten Pflegeaufwands. Beispielsweise müssen die Wege dort regelmäßig geräumt und mit feinem Splitt versehen werden.

Mit einem Augenzwinkern meint Wacker: „Wenn wir für jeden Sommerberg-Besucher 50 Cent Eintritt verlangen könnten, wären wir saniert.“

Personal:

Die Stadt verfügt derzeit über vier eigene Waldarbeiter. Zwei von ihnen werden aber bald in Rente gehen. Darum wird schon jetzt nach Nachfolgern gesucht. Doch das gestaltet sich laut Wacker schwierig. Die öffentlichen Forstbetriebe stünden in Konkurrenz zu den privaten Unternehmen im Oberen Enztal. Hinzu käme auch eine begrenzte Ausbildungskapazität für Forstwirte.

Die Meinung der Stadträte zum Waldbericht: 

"270.000 Euro mehr Einnahmen als geplant, tun uns gut“, freut sich Rita Locher (FWV). Uwe Göbel (CDU), selbst Förster, nennt die anvisierten Einnahmen aus dem Holzverkauf von einer Million Euro ein „hehres Ziel“. „Holzpreise unterliegen Wellenbewegungen“, weiß Göbel. Er hofft, dass der Stadt durch das ausgefallene Windrad auf dem Kälbling keine Einnahmen verloren gehen und fragt in diesem Zusammenhang, wie viel gerodete Fläche auf dem Kälbling wieder rückgebaut wird. Wacker erklärt, dass von sechs Hektar am Ende lediglich rund eineinhalb Hektar Schotterfläche bleiben.

VG WORT Zählmarke