Bad Wildbad
Bad Wildbad -  13.10.2021
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Im Alter noch mittendrin: Pflegeleistungen in Bad Wildbad sind individuell ausgerichtet

Bad Wildbad. Anfang Oktober waren es drei Jahre, seit in Bad Wildbad die Ludwig-Uhland-Residenz eingeweiht wurde. Hier wurde Pionierarbeit für das sogenannte „Wohnen plus“ geleistet. Denn die Einrichtung war die erste überhaupt, mit der dieses spezielle Konzept verfolgt wurde. An den gewonnenen Erfahrungen teilhaben durfte jetzt die Aufsichtsrätin der Bürgergenossenschaft Neuweiler, Rose Klink, im Gespräch mit Regionaldirektorin Silke Breuninger von der Evangelischen Heimstiftung, deren Referentin für neue Wohnformen, Bettina Ongerth, und der Leiterin der Residenz sowie der mobilen Dienste, Inga Käppler.

Wohnen und Pflege unter einem Dach gibt es in der Ludwig-Uhland-Residenz in Bad Wildbad. Foto: Schabert
Wohnen und Pflege unter einem Dach gibt es in der Ludwig-Uhland-Residenz in Bad Wildbad. Foto: Schabert

Dass das Pionier-Vorhaben in der Bäderstadt gelungen ist, spricht aus der Tatsache, dass die Trägergesellschaft inzwischen sieben Häuser dieser Art betreibt und zwei weitere im Bau hat. Den Erfolg bestätigten auch die Äußerungen einer Mieterversammlung dieser Tage in Bad Wildbad. Es herrschte Übereinstimmung unter den Teilnehmern, dass sich diese gut aufgehoben fühlen. Fleißig notierte die seit 1. Oktober mit der Leitung der Residenz betraute Inga Käppler die wenigen kleinen Wünsche, die vorgetragen wurden. Sichtlich bewegt nahm sie den großen Beifall entgegen, den die versammelte Runde gab.

Als wertvolle Hilfe nahm im Gespräch mit Silke Breuninger, Bettina Ongerth und Inga Käppler wenige Tage danach Rose Klink die Informationen und Hinweise der erfahrenen Fachfrauen nach Neuweiler mit. Dort wird seit fünf Jahren eine von einem Verein getragene Tagespflege für Senioren betrieben, die nach einem kleinem Anfang auf 20 Plätze ausgebaut wurde.

Auch von der Besichtigung der 50 Quadratmeter großen Zweizimmerwohnung mit Küchenecke der zufrieden in der Residenz lebenden Maria Arp (88) nahm Klink einige Anregungen mit. In Bad Wildbad gibt es dafür 26 Wohnungen, im gleichen Haus eine Wohngemeinschaft und eine Tagespflege. Dazu kommt der mobile Dienst. Die Residenz ist mit den alternativen Wohnformen unter einem Dach die Brücke, die an die Stelle des Pflegeheims tritt. Sie bietet kombinierbare, von jedem nach Bedarf wahrnehmbare Pflegeangebote und gibt Sicherheit. Wer hier eine Wohnung mietet, muss keine Pflegestufe nachweisen und kann ganz normal wohnen, aber auch bis zur letzten Pflegestufe bleiben. Ein Notdienst kann per Knopfdruck angefordert werden oder kommt von ganz alleine, selbst wenn entsprechende Sensoren mitten in der Nacht bei einem Toilettengang anschlagen, weil jemand umgekippt ist und nicht nach kurzer Zeit wieder aufsteht. „Es ist doch wie ein Sechser im Lotto, wenn eine Stadt wie Bad Wildbad alle seniorengerechten Wohnformen vor Ort anbieten kann“, stellte mit Stolz Silke Breuninger fest. Dabei wies sie auf das ebenfalls unter Trägerschaft der Evangelischen Heimstiftung stehende König-Karl-Stift ein paar Häuser weiter hin. Es gelte, die älteren Menschen „in die Mitte der Gesellschaft zu nehmen“, ergänzte Ongerth. Und dieses Bestreben deckt sich ja mit den Freizeit- und anderen Angeboten in der Residenz, die in dieser Woche schon zum Herbstfest einlud.

Autor: Hans Schabert