Bad Wildbad
Bad Wildbad -  06.10.2021
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Liegt unter riesenhafter Felsplatte in Bad Wildbad ein Riese begraben?

Bad Wildbad. Während der Bad Wildbader Sommerberg mit Baumwipfelpfad, Wildline-Hängebrücke, Märchenweg und Abenteuerwald ein touristisches Highlight der besonderen Art ist, bildet der auf der anderen Talseite östlich der Enz ansteigende Meisternrücken ein echtes Kontrastprogramm. Dort gibt es ruhige Bereiche, und außer dem Startplatz der Gleitschirmflieger in der Nähe der Butterhütte nur eine besondere Attraktion, nämlich den Riesenstein. Diese riesige, ziemlich ebene Felsplatte auf 715 Metern Meereshöhe erreicht man von der Butterhütte aus auf dem sogenannten Grenzweg (über die gelbe Raute), einem Waldpfad, nach knapp zwei Kilometern.

Die riesige Felsplatte ist sowohl ein Natur- als auch ein Kulturdenkmal. Foto: Bechtle
Die riesige Felsplatte ist sowohl ein Natur- als auch ein Kulturdenkmal. Foto: Bechtle

Zur Butterhütte führt ein befahrbarer Anfahrtsweg. Besser ist der fußläufige, etwas anstrengendere Aufstieg über den ab der Stadtkirche ausgeschilderten Graf-Eberhard-Weg, der früher der Schulweg der Kinder des Kleinenzhof in ihre Wildbader Schule war. Der Riesenstein, neben dem eine Schutzhütte steht, trägt eine Vielzahl an Inschriften, Namen und Daten, die man hier suchen und finden kann. Die riesige Steinplatte trug früher die Bezeichnungen „Langer Stein“ und „Fürstenstein“ .Auch heute findet man in diesem eigenartigen Fremdenbuch der Kurstadt noch Jahreszahlen ab dem 17. Jahrhundert.

Früher erreichte man die ehemals frei liegende, heute von Wald umgebene Steinplatte zu Fuß oder auf einem Reitesel, den man im Tal mieten konnte. Außerdem hatte man von dort eine tolle Aussicht über das obere Enztal. Seit Justinus Kerners Wildbadbeschreibung 1811 erschienen ist, trägt die riesenhafte Felsplatte einen dritten Namen, nämlich „Riesenstein“. Kerner erklärt dies so: Hier liege entsprechend einer Sage ein Riese begraben, weshalb in Ernst Meiers Sagenbuch, erschienen um 1852, der Riesenstein auch als „Leichensterin eines Riesen“ bezeichnet wird.

Der Grenzweg bezeichnet eine Forstgrenze, und man findet entlang dieses Weges niedrige Grenzsteine. Sehr gut geeignet ist der Meisternrücken für das inzwischen recht beliebte „Waldbaden“. Er zeichnet sich durch die wunderbare Luft im Mischwald und die Ruhe aus und hat damit einen großen Erholungsfaktor.

Autor: Götz Bechtle