Bad Wildbad
Bad Wildbad -  12.11.2021
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Pfeiffer sucht weiter „genetischen Zwilling“: Ehemaliger Polizeichef an Blutkrebs erkrankt

Bad Wildbad. Chemotherapie, eine lebensgefährliche Lungenentzündung und ein totales Nierenversagen – all das hat Fredy Pfeiffer schon durch. Der ehemalige Bad Wildbader Polizeichef bekam im Juni die niederschmetternde Diagnose Myelodysplastisches Syndrom (MDS), eine Form von Blutkrebs. Da es seinem Körper unmöglich ist, eigene Blutzellen zu bilden, ist er auf eine Stammzellentransplantation angewiesen. Pfeiffers Schicksal wurde über die Plattform „blut.eV – Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte“ veröffentlicht und auch Vereine aus der Region starteten Typisierungsaktionen.

Fredy Pfeiffer. Foto: Meyer
Fredy Pfeiffer. Foto: Meyer

Der körperliche Zustand des Karlsbaders hat sich in den vergangenen Wochen verschlechtert – das MDS schlug in eine akute Leukämie um. Deshalb sei die Einweisung ins Krankenhaus und die folgende Chemotherapie notwendig gewesen. „Die Wochen nach der Chemo waren schlimm“, sagt Pfeiffer und berichtet von den Rückschlägen durch die Lungenentzündung und das Nierenversagen. Doch es gibt einen kleinen Lichtblick: „Diese Woche wurde festgestellt, dass ich keine bösartigen Leukämiezellen in mir habe. Das hat mich brutal gefreut“, so der Ex-Polizist.

Dennoch: Bisher konnte unter den, wie Pfeiffer sagt, 38 Millionen Spendern weltweit kein passender für ihn gefunden werden, dessen Blut zu mindestens 90 Prozent übereinstimmt. Das Netzwerk seiner Polizeikollegen und Vereine, das entstanden ist, zähle bereits Mitglieder im vierstelligen Bereich. „Einen Spender zu finden, wäre wie ein Sechser im Lotto“, sagt Pfeiffer.

Weiterhin optimistisch

Doch der 62-Jährige verliert seinen Lebensmut nicht: „Ich bin optimistisch, dass ich die Krankheit bewältigt bekomme.“ Und bei einem ist er sicher: „Wenn die Spendersuche mir nicht hilft, kann jeder neu gewonnene Spender aber jedem anderen helfen.“ In seiner Heimat Karlsbad möchte auch Bürgermeister Jens Timm dazu beitragen, mehr Menschen zu einer Spende zu bewegen und so startete er einen Aufruf: „Es ist wichtig, dass sich so viele wie möglich typisieren lassen, um bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen helfen zu können.“

Autor: len