Polizei meldet mehr Straftaten: Sicherheitslage in Bad Wildbad bleibt dennoch stabil
Bad Wildbad. Gute, aber auch schlechte Nachrichten hatten Jasmin Palmer, die Leiterin des Polizeireviers Calw, und Klaus Bächtle vom Polizeiposten Bad Wildbad im Gepäck, als sie den Mitgliedern des gemeinderätlichen Verwaltungs-, Sozial- und Tourismusausschusses in seiner Sitzung an diesem Dienstag die Zahlen aus der Kriminal- und Unfallstatistik präsentierten. Um 12,6 Prozent ist die Zahl der Straftaten in Bad Wildbad angestiegen. Gleichzeitig wurden weniger Taten aufgeklärt.
Vor allem wurden mehr Körperverletzungen, Diebstähle, Sachbeschädigungen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte verzeichnet. Doch Palmer beruhigt: Damit liege Bad Wildbad absolut im Landestrend. Und was sind die guten Nachrichten? Gerade mal ein Wohnungseinbruch wurde registriert und – entgegen den Befürchtungen einiger – ist die Lage in der Flüchtlingsunterkunft des Landkreises im Gewerbegebiet Beermiß „aus unserer Sicht völlig unproblematisch“, was vor allem von Stadtrat Matthias Fey (AfD) positiv zur Kenntnis genommen wurde.
Die Zahlen im Detail: 492 Straftaten wurden im Jahr 2025 in Bad Wildbad begangen. Die Aufklärungsquote beträgt 65 Prozent (Minus 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Vergleichsweise hoch ist die Anzahl der Straftaten, gerechnet auf 100.000 Einwohner (4736, im gesamten Kreis Calw: 3042). Palmer vermutet, dass das am Tourismus liegt. Nach Bad Wildbad kämen viele Menschen, die nicht dort lebten. 83 Körperverletzungen, 102 Diebstähle, 112 Vermögens- und Fälschungsdelikte, 86 Sachbeschädigungen, vier Rauschgiftdelikte, 35 sogenannte Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum und 43 Fälle von häuslicher Gewalt wurden registriert.
248 Tatverdächtige konnten insgesamt ermittelt werden (davon 248 Deutsche, 97 Nichtdeutsche, 31 Asylbewerber/Flüchtlinge und 66 Personen mit sonstigem erlaubten Aufenthalt). Die meisten Tatverdächtigen sind Erwachsene.
„Eigentlich leben wir in einer heilen Welt“, stellt Rita Locher (FWV) fest.
Allerdings würden sich viele nicht sicher fühlen. Wie sich die Fachfrau das erkläre, will Locher wissen. Es gebe zahlreiche Studien über das objektive und subjektive Sicherheitsgefühl, so Palmer. Es liege auch an den sozialen Netzwerken und Medien. Die Menschen würden heute von viel mehr Straftaten erfahren als früher. Sie hoffe, es liege nicht an mangelnder Polizeipräsenz, dass sich manche Menschen nicht sicher fühlen würden. Seit der internen Umstrukturierung sei die Polizeipräsenz in Bad Wildbad erhöht worden.
Ein besonderes Augenmerk legt Palmer auf stark angestiegene Fallzahlen von häuslicher Gewalt. Statistisch gesehen werde jede dritte Frau in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt. Durch Aufklärungsarbeit würden sich heute viel mehr – hauptsächlich – Frauen trauen, die Fälle anzuzeigen, was ein sehr gutes Zeichen sei.
Unfallzahlen
Und wie sehen die Zahlen bei den Verkehrsunfällen aus? Insgesamt sind es 224, davon 29 mit Verletzten. Leider sei in Bad Wildbad auch eine Frau nach einem tragischen Unfall, bei dem sie in der Nähe des Rathauses von einem Lkw touchiert worden war, gestorben.
Sechs Radunfälle und ein Pedelec-Unfall wurden ebenfalls registriert. Ums Doppelte in die Höhe geschossen ist die Zahl der Motorradunfälle auf Bad Wildbader Gemarkung. 18 Mal musste die Polizei in diesem Fall ausrücken. 16 Personen wurden dabei verletzt (davon fünf Schwerverletzte). Laut Palmer waren alle Motorradunfälle von den Fahrern selbst verschuldet. Einen Unfallschwerpunkt kann die Polizei nicht ausmachen.
