Polizei schreitet ein: Unbekannter spricht Mädchen in Bad Wildbad an
Bad Wildbad. „Passt auf eure Kinder auf“ – mit diesen Worten beginnt ein Post auf Facebook in einer Gruppe aus Bad Wildbad. Eine Frau berichtet, dass ein erwachsener Mann zwei 12- und 13-jährige Mädchen angesprochen, sie angefasst und sie eingeladen habe, mit ihm nach Hause zu kommen. Die Polizei bestätigt auf Nachfrage der PZ einen solchen Vorfall.
Im Zuge eines Polizeieinsatzes in der Wilhelmstraße sollen sich mehrere Personen im Umfeld aufgehalten haben, darunter auch zwei Teenager.
„Nach derzeitigem Stand wurden diese von einem unbekannten Mann auf den Polizeieinsatz angesprochen“, so Benjamin Koch, Sprecher des Polizeipräsidiums in Pforzheim.
Im weiteren Gesprächsverlauf soll er über seine Probleme gesprochen und zu weinen begonnen haben. „Danach umarmte er die Mädchen und nahm später eine Hand eines Kindes, um mit dieser über seine Wange zu fahren“, so Koch weiter. Die Mädchen gingen laut Polizei zu den Polizisten vor Ort, der Mann entfernte sich zu Fuß. Über gefertigte Fotos konnte der Unbekannte laut Koch durch Polizeibeamte zügig identifiziert werden.
„Es wurde eine sogenannte Gefährderansprache bei dem Betreffenden durchgeführt“, erklärt Koch.
Ein solches Gespräch schaffe oft Abhilfe. Eine Straftat habe, so die Ermittlungen der Polizei, nicht vorgelegen.
Grundsätzlich sollten sich Bürger an die Polizei wenden, wenn sich eine Person verdächtig verhält, meint Koch. Erwachsene könnten die betreffende Person auch direkt ansprechen, sollten dabei aber unbedingt eine räumliche Distanz wahren. Auch könne man sich andere Personen zur Hilfe nehmen.
„Rufen Sie die Polizei, wenn Ihnen die Situation komisch vorkommt und Sie ein ungutes Bauchgefühl haben. Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, so Koch.
Wichtig sei, sich so viele Details wie möglich einzuprägen und auf keinen Fall Fotos von Verdächtigen oder Fahrzeugen mit Kennzeichen in den sozialen Medien zu posten – denn so mache man sich strafbar. Kinder sollten in solchen Fällen ihre Eltern, vertraute Personen oder andere Erwachsene informieren.
„Im Bedarfsfall kann der Notruf gewählt werden“, so Koch.
Diese Tipps gibt die Polizei Eltern
- Wenn das Kind zu Fuß nach Hause geht, dann lassen Sie es möglichst in einer kleinen Gruppe mit anderen Kindern gehen.
- Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nicht aus Höflichkeit mit fremden Erwachsenen sprechen oder mitkommen muss.
- Sie können Ihr Kind auch im normalen Familienalltag dabei unterstützen, seine persönlichen Grenzen zu setzen. Auch hier sollte ein „Nein“ des Kindes bei ungewolltem Körperkontakt respektiert werden.
- Wenn Kinder auf der Straße angesprochen oder in Bedrängnis gebracht werden, sollten sie laut und deutlich „Nein“ sagen und andere Personen um Hilfe bitten.
