Bad Wildbad
Bad Wildbad -  14.10.2021
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„Sound of Silence“ in gregorianischem Stil: Bulgarisches A-Capella-Ensemble in Bad Wildbad

Jahrhunderte liegen zwischen der Entstehung der Gregorianischen Gesänge und zeitgemäßen Pop-Songs – doch beides ist in der Interpretation der „Gregorian Voices“ gleichermaßen überzeugend. Das Klassik/Pop-Cross-Over-Musikprojekt mit der Umsetzung moderner Musik in die strenge, eigenwillige Tonsprache der Gregorianik im zweiten Teil des Abends begeisterte die Zuhörer in der Bad Wildbader Stadtkirche so, dass sie das bulgarische A-Capella-Ensemble mit stehenden Ovationen feierten.

Die „Gregorian Voices“ sorgten in der Stadtkirche von Bad Wildbad für Begeisterung. Foto: G. Meyer
Die „Gregorian Voices“ sorgten in der Stadtkirche von Bad Wildbad für Begeisterung. Foto: G. Meyer

Das Vokaloktett „Gregorian Voices“ führt die frühmittelalterliche Tradition des gregorianischen Chorals weiter und ist dafür bereits mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt worden. Alle acht klassisch ausgebildeten Sänger singen im Rahmen der gregorianischen Tradition einstimmig, instrumental unbegleitet und in lateinischer Sprache – als gesungenes Wort Gottes gilt der gregorianische Choral in der römisch-katholischen Kirche als ein wesentlicher Bestandteil der liturgischen Handlung, auch wenn er fast nur noch in Klöstern zu finden ist. Insbesondere die Benediktiner und Zisterzienser pflegen bis heute diese von geistlicher Tiefe geprägte Musik.

Mit seinen beeindruckenden Tenor- und Bassstimmen, die in zahlreichen Solopassagen zum Tragen kamen, beweist das Ensemble nicht nur, dass Gregorianik auch heute noch lebendig, authentisch und zeitgemäß ist, sondern auch, welch‘ breites Klangspektrum sich aus dem A-Capella Gesang ergeben kann. Die „Gregorian Voices“ nehmen ihr Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise jenseits von zeitlichen, religiösen und sprachlichen Grenzen.

Autor: g.m.