Bad Wildbad
Bad Wildbad -  24.06.2021
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Spannende Dokumente einer Musikepoche - auch aus Bad Wildbad: Briefwechsel von Clara Schumann digital verfügbar

Dresden/Bad Wildbad. Sie ist eine der vielen berühmten Persönlichkeiten, die einst die Vorzüge des Kurorts im Nordschwarzwald zu schätzen wussten: In zahlreichen Briefen hat die berühmte Pianistin und Komponistin Clara Schumann (1819-1896) die Schönheit Bad Wildbads beschrieben.

Die Pianistin auf einer Sonderbriefmarke zum 200. Geburtstag. Foto: Woitas/dpa
Die Pianistin auf einer Sonderbriefmarke zum 200. Geburtstag. Foto: Woitas/dpa

Da sind zum einen die Schriften, die sie an den Freund Johannes Brahms schrieb, als sie sich 1859, drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes Robert Schumann, in dem Schwarzwaldstädtchen aufhielt. Nun konnte die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) umfangreiche Briefwechsel zwischen Clara Schumann und den Komponisten Ernst Rudorff und Johannes Brahms „für einen namhaften sechsstelligen Betrag“ erwerben. Damit kommt die letzte bisher weitgehend unbekannte und unzugängliche Korrespondenz der Pianistin in die öffentliche Hand.

Die Korrespondenz besteht aus 215 Briefen, Postkarten, Telegrammen, Notizen der Pianistin und 170 Schriftstücken ihres vormaligen Schülers. Sie beginnt nach Abschluss des Unterrichtsverhältnisses 1858 und wird mit hoher Regelmäßigkeit bis zu ihrem Lebensende im Jahr 1896 gepflegt. Die Briefe berühren zentrale Themen der deutschen Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts, aber auch Politisches, Gesellschaftliches, Alltägliches, Persönliches. Wildbad findet darin ebenfalls Erwähnung, wie die Sächsische Landesbibliothek gegenüber der PZ bestätigt – als Aufenthaltsort der Eltern von Ernst Rudorff im Sommer 1872. Während ihrer Zeit in Wildbad trafen sie Clara Schumann und lernten dann auch Brahms kennen. Die Briefe vermitteln ein eindrückliches Bild des damaligen Konzertbetriebs. Sie offenbaren die alltäglichen Herausforderungen einer europaweit agierenden Pianistin und zeigen sie als Botschafterin der Werke ihres verstorbenen Ehemanns. Sie sind für Musik- und Kulturwissenschaftler bedeutend, aber ebenso faszinierend für alle, die in das facettenreiche Musikleben des 19. Jahrhunderts eintauchen möchten. Die Korrespondenz „eröffnet Einblicke sowohl in private Fragen wie der Vereinbarkeit von Familienpflichten mit der Künstler-Karriere wie auch in die deutsche Musikgeschichte.“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Die Korrespondenz im Internet auf www.slub-dresden.de

Autor: mich