Bad Wildbad
Bad Wildbad -  09.06.2026
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Sperrung der Enztalbahn: Warum enden Ersatzbusse am Bahnhof?

Bad Wildbad. Freitagabend beginnt sie: die große Sperrung der Enztalbahn mit Schienenersatzverkehr (SEV). Über zwei Wochen fahren zwischen Pforzheim und Bad Wildbad statt der S 6 dann nur noch Busse. Doch schon jetzt bekommen Fahrgäste erste Auswirkungen der Arbeiten an der Strecke zu spüren. Für die S-Bahn ist am Wildbader Bahnhof Schluss. Die Haltestellen Uhlandplatz bei der Sommerbergbahn und der Kurpark werden seit diesem Montag nicht mehr bedient. Warum können die Busse des SEV nicht auch diese Haltestellen anfahren, fragt sich ein Pforzheimer. Die PZ hat beim Betreiber der S 6 nachgefragt.

Wildbad König-Karl-Straße
Normalerweise fährt die S 6 auch zwischen Wildbad Bahnhof und Kurpark. Seit Montag aber nicht mehr. Einen Ersatzverkehr gibt es nicht. Foto: Pforzheimer Zeitung

Der Mann aus der Goldstadt muss regelmäßig zum ärztlich verordneten Funktionstraining in die VitalTherme oberhalb des Bad Wildbader Kurparks. Das schreibt er in einer Mail an die Touristik-Chefin der Kurstadt, Stefanie Bott, die der PZ vorliegt. „Dem steht nun allerdings der Umstand im Weg, dass ich die nächsten drei Wochen mit Gepäck vom Bahnhof Bad Wildbad zur VitalTherme und anschließend wieder zurück zu Fuß gehen müsste, was mir aber – wie auch anderen – nicht mehr möglich ist.“

Der Pforzheimer fordert Shuttle-Kleinbusse oder Taxis gratis oder gegen eine geringe Gebühr in Richtung Sommerbergbahn und Kurpark. Dass die letzten beiden Haltestellen der Enztalbahn nicht vom SEV angefahren werden, sei eine Zumutung.

Doch warum ist das eigentlich so? Das Zentrum von Bad Wildbad ist Fußgängerzone, in die teils keine mehrspurigen Fahrzeuge oder solche mit über 7,5 Tonnen dürften, teilt die AVG auf Anfrage mit. Beide Verbote beträfen auch Busse, die für den kommenden SEV eingesetzt würden.

Ersatzhalte an anderen Punkten wären „so umständlich und so weit weg, dass der Fußweg die schnellere Alternative ist“, so ein Sprecher des Karlsruher Unternehmens.

Stefanie Bott zeigt in ihrer Antwort Verständnis für den Unmut des Pforzheimers. „Gerade für Gäste, Kurgäste, Patientinnen und Patienten sowie Bürgerinnen und Bürger, die regelmäßig Einrichtungen im Kurparkbereich nutzen, stellen die derzeitigen Verkehrsverhältnisse zweifellos eine Belastung dar. Dies gilt insbesondere dann, wenn gesundheitliche Einschränkungen vorliegen und längere Fußwege nicht oder nur unter erheblichen Anstrengungen bewältigt werden können“, schreibt die Bad Wildbader Touristik-Leiterin.

Doch sie macht auch klar: Die Stadt habe keine Handhabe und keinen Einfluss auf die Baumaßnahmen und die Route des SEV. Die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) sei zuständig. Die Stadt habe auch „weder die organisatorischen noch die finanziellen Möglichkeiten, einen eigenständigen Ersatzverkehr einzurichten oder die Kosten für individuelle Beförderungsleistungen zu übernehmen“. Bott will der AVG aber die Anliegen des Pforzheimers weiterleiten. „Damit diese bei künftigen Planungen und vergleichbaren Maßnahmen berücksichtigt werden können.“

Das dürfte im Sinn des Pforzheimers sein. „Bad Wildbad sollte sich etwas energischer für seine Interessen einsetzen, sonst wird es zur Gewohnheit“, schreibt er und meint: „Seitens der AVG dürfte wenig Interesse bestehen, einen SEV auch zwischen Bahnhof und Kurpark fahren zu lassen.“