Bad Wildbad
Bad Wildbad -  09.01.2019
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Streit um Transport von Mountainbikern in Bad Wildbad

Bad Wildbad. In einem Rechtsstreit zwischen der Radsportakademie auf dem Sommerberg und der Stadt Bad Wildbad soll jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Es geht darum, ob und wann die Mountainbiker die Sommerbergbahn nutzen dürfen. Der Streit schwelt schon einige Zeit. Heinz Betz, der Geschäftsführer der Radsportakademie, schöpft seinen rechtlichen Rahmen nun komplett aus, in dem er mit dem BGH die höchste gerichtliche Instanz ein Machtwort sprechen lassen will – ein eher ungewöhnlicher Vorgang.

Rasant fahren die Radsportler in Bad Wildbad den Hang hinunter. Über das Hochkommen streiten sich allerdings die Stadt und die Radsportakademie. Foto: PZ-Archiv
Rasant fahren die Radsportler in Bad Wildbad den Hang hinunter. Über das Hochkommen streiten sich allerdings die Stadt und die Radsportakademie. Foto: PZ-Archiv

Bürgermeister Klaus Mack blickt der Sache „gelassen entgegen“. Brisant ist allerdings, dass der Pachtvertrag zwischen Stadt und Radsportakademie im Jahr 2020 ausläuft. Ende dieses Jahres muss der Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung darüber treffen, ob er verlängert werden soll. Es geht dabei also auch um die Zukunft des Bikeparks auf dem Sommerberg.

Zur Vorgeschichte: Die Radsportakademie hat im Jahr 2003 Gelände der Stadt Bad Wildbad gepachtet, um dort einen Bikepark einzurichten. Sogenannte Downhiller aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nutzen den Bikepark, um auf speziellen Strecken, sogenannten Trails, den Hang hinunter zu rauschen. 5000 bis 6000 Biker waren im vergangenen Jahr auf den Strecken. Neben der Bergbahn war der Bikepark also einst die erste touristische Einrichtung auf dem Sommerberg. Nach ihren Abfahrten konnten die Radsportler die Bergbahn nutzen. Ein entsprechender Vertrag hatte das geregelt. Dieser wurde jedoch laut Stadt von der Radsportakademie gekündigt. Mit der Eröffnung des Baumwipfelpfads kamen immer mehr Besucher, so dass die Stadt den Mountainbikern die Nutzung der Bergbahn an den Wochenenden und Feiertagen untersagte. Seither bietet die Radsportakademie einen Shuttlebus für seine Nutzer an. Sie ist jedoch der Auffassung, dass die Stadt dazu verpflichtet ist, die Radler auf den Sommerberg zu transportieren.

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„Für uns war von Anfang an klar, dass der Bikepark nur in Verbindung mit der Sommerbergbahn wirtschaftlich tragbar ist“, so Radsportakademie-Geschäftsführer Betz. Das habe zunächst auch sehr gut funktioniert. Die Biker hätten für eine gute Auslastung der Bergbahn gesorgt. Mit dem Bau des Baumwipfelpfads hätten sich aber die Verhältnisse verschoben. „Jetzt gibt es eine andere Einnahmequelle für die Stadt und wir fühlen uns im Stich gelassen“, ärgert er sich. Neben dem höheren finanziellen Aufwand würden durch einen Shuttlebus auch zeitliche Probleme entstehen. An den Wochenenden und an Feiertagen, wenn es zum Stau auf der Zufahrt zum Sommerberg komme, müsse sich auch der Shuttlebus der Biker in den zähfließenden Verkehr einreihen und verliere dabei oft wertvolle Zeit. Die Radler seien frustriert und würden eventuell nicht mehr nach Bad Wildbad kommen, erläutert Betz, der der Auffassung ist, dass ohne Bergbahn der Bikepark nicht existenzfähig ist.

Mehr über das Thema lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Nicole Biesinger