Bad Wildbad
Bad Wildbad -  28.03.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Zwei Macher aus Bad Wildbad kümmern sich mit Leidenschaft um ihre Heimatstadt

Bad Wildbad. Wer gelegentlich den Kappelbergfriedhof oberhalb von der Bad Wildbader Wilhelmschule besucht und einen Blick auf die Wasserstelle beim Eingangstor wirft, der reibt sich seit kurzem verwundert die Augen: In frischem Glanz erstrahlt dort die alte Zapfstelle mit dem gusseisernen Becken und Spritzschild. Ehrenamtlich haben dafür Dieter Bott (65) und Ulrich Hellberg (76) gesorgt.

Saniert haben Dieter Bott (links) und Ulrich Hellberg die Wasserentnahmestelle im Kappelbergfriedhof. Foto: Schabert
Saniert haben Dieter Bott (links) und Ulrich Hellberg die Wasserentnahmestelle im Kappelbergfriedhof. Foto: Schabert

Es ist nicht zum ersten Mal, dass das Duo aus Christophshof sich kostenlos und uneigennützig in der Stadt betätigt. Danach gefragt, welche Beweggründe sie leiten, meint Dieter Bott: „Hier ist unsere Heimat, und für die wollen wir etwas tun.“ Ulrich Hellberg ergänzt: „Es passt mit uns beiden, und wir leisten gerne gemeinsam handwerkliche Arbeiten.“ Aufgefallen ist Bott im letzten Jahr der desolate Zustand des Brunnens auf dem alten Wildbader Friedhof bei einem seiner gelegentlichen Besuche an dem Platz hinter dem Schulhaus. Das kleine Wasserbecken war verrostet, das Schild ebenso und ein Teil oben abgebrochen lose hinter den an der Mauer verbliebenen Rest gesteckt. Den Armaturen der Zapfstelle hätten wahrscheinlich viele Betrachter keine Zukunft mehr gegeben. Anders die beiden versierten Bastler, die vor dem Ruhestand in ganz anderen Berufsfeldern gewirkt haben. Bott war nämlich Elektroniker; Hellberg kennen vielleicht noch manche als Postchef von Wildbad, ehe er infolge der Umorganisation des Unternehmens nach Calw wechselte. Sie montierten die Teile von der Friedhofsmauer ab, nahmen sie mit in die Werkstatt, sanierten und lackierten sie und brachten sie wieder an. Was sie als Nächstes angehen, wissen beide noch nicht. Aber für sie ist klar, dass dies nicht ihr letztes gemeinsames gemeinnütziges Wirken war. Sie entscheiden sich spontan, wenn sie etwas entdecken, das gerichtet werden sollte.

Die Arbeit vom Kappelbergfriedhof war nicht ihre erste derartige gemeinsame Unternehmung. So haben sie schon einmal eine Bank für einen langen Spazierweg im Wald hergestellt und im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstrevierleiter platziert. Die war leider schneller geklaut und abtransportiert, als sie gefertigt war.

Autor: Hans Schabert