Bad Wildbad
Bad Wildbad -  13.02.2021
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Zwei Menschen starben: Als vor genau 60 Jahren das Sommerberghotel in Bad Wildbad abbrannte

Bad Wildbad. Am 13. Februar 1961 berichteten die Zeitungen nicht nur in der Region so oder ähnlich: „Das 335 Meter oberhalb von Wildbad gelegene Sommerberghotel ist in der Nacht zum Sonntag bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ein 16 Jahre altes Lehrmädchen und ein 21-jähriger Garagenwärter kamen dabei ums Leben. Ihre Habe verloren 75 Hotelgäste.“ Am Tag zuvor gegen 1.30 Uhr hatte das Unglück seinen Lauf genommen. Was das Feuer vernichtete, zeigt ein Prospektheft aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Beeindruckend und imposant präsentiert sich das für seine Zeit besonders modern ausgestattete Sommerberghotel in einem 32-seitigen Werbeheft aus der Zeit von vor 110 Jahren. Foto: Schabert (Digitalisat)
Beeindruckend und imposant präsentiert sich das für seine Zeit besonders modern ausgestattete Sommerberghotel in einem 32-seitigen Werbeheft aus der Zeit von vor 110 Jahren. Foto: Schabert (Digitalisat)

Hans Schrafft aus Bad Wildbad hat die 32 Seiten dicke Werbeschrift von seinem in Würzburg lebenden Freund Karl Härter erhalten und dem Autor zur Auswertung überlassen. Reich bebildert zeigt diese, was für ein bauliches Juwel das Sommerberghotel war. Die Feuerwehren aus Wildbad, Nagold, Calw, Neuenbürg, Calmbach und Pforzheim konnten trotz des stundenlangen Einsatzes das aus Holz erbaute Gebäude nicht retten. Das Wasser musste größtenteils mit Tankfahrzeugen herangeschafft und von der Enz heraufgepumpt werden. Der Schaden für die Eigentümerfamilie Bätzner lag bei fünf Millionen D-Mark.

Auf Seite drei startet das kleine Werbebuch vor etwa 110 Jahren neben einem Foto vom Meisternhang mit Blick auf Hotel und Bergbahn mit dem Text und Hinweis auf die Bedeutung des Ausspannens „in unserer raschlebigen, hastenden Zeit“. Im nächsten Abschnitt folgt die Beschreibung der

„Badestadt Wildbad, das erste und bedeutendste Bad Württembergs, das seinen Weltruf seinen seit Jahrhunderten berühmten und bewährten Thermen verdankt.“

Berichtet wird von 4000 Einwohnern, 20 000 jährlichen Gästen und der im Jahr vor Eröffnung des Hotels 1908 in Betrieb genommenen Bergbahn. „Seit dem Jahr 1909 schmückt den südöstlichen Ausläufer des Sommerbergs ein prächtiges, im eleganten Schwarzwaldstil erbautes Hotel“, heißt es wörtlich.

Mehr über das Thema lesen Sie am Samstag, 13. Februar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Hans Schabert