Es brennt schon wieder in der Reha-Klinik in Dobel: Kripo ermittelt
Dobel. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage gibt es ein Feuer in der Dobler Reha-Klinik. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den Bränden.
Erneut ist in der Nacht im SRH Gesundheitszentrum in der Neuenbürger Straße in Dobel ein Feuer ausgebrochen. Dies teilt die Polizei mit. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zur Ursache und zu einem möglichen Zusammenhang zu einem Brand in der Nacht von vergangenem Freitag auf Samstag dauern an“, so die Polizei. Den Verdacht, es könnte sich um Brandstiftung handeln, will sie offiziell nicht bestätigen.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ist das zweite Feuer von Donnerstag auf Freitag gegen Mitternacht in einem Bereich der Klinik ausgebrochen, der für Sporttherapie genutzt wird. Durch die Flammen und die dadurch entstandene Rauchentwicklung habe die Brandmeldeanlage ausgelöst, so die Polizei. Noch bevor die Feuerwehr an der Klinik eintraf, habe das Feuer durch Klinikpersonal gelöscht werden können. Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine Personen zu Schaden gekommen sein, auch hätten keine Patienten verlegt werden müssen.
Dies war am vergangenen Wochenende anders: Wie berichtet, war damals ebenfalls ein Feuer in der Reha-Klinik ausgebrochen. Der Sachschaden vor einer Woche: rund 50.000 Euro. 267 Menschen mussten mitten in der Nacht bei einem Großeinsatz in Sicherheit gebracht werden. Zehn Menschen wurden leicht verletzt, vier kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Der Brand war damals im ersten Obergeschoss im Flur vor einem Büroraum ausgebrochen. Ein Patient im Rollstuhl hatte zusammen mit einer Pflegekraft bereits begonnen, das Feuer zu löschen. Rund 30 Patienten wurden damals mit einem Bus der Berufsfeuerwehr Pforzheim in andere Kliniken verlegt. Rund 100 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Und dieses Mal? Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dobel, Sven Schatz, war auch beim zweiten Feuer im Einsatz. Im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“ sagt er: „Für uns ist das immer eine angespannte Situation, wenn ein Brand in der Klinik gemeldet wird.“
Schließlich befänden sich dort sehr viele Menschen auf engem Raum, viele von ihnen in ihrer Mobilität eingeschränkt. Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, sei der Brand bereits zu 90 Prozent gelöscht gewesen. „Wir haben uns dann noch um die Nachlöscharbeiten und die Belüftung gekümmert“, berichtet Schatz.
Die Feuerwehr sei mit einem großen Aufgebot angerückt – das sei wegen des großen Gefährdungspotenzials automatisch so. „Wir waren mit acht Fahrzeugen und 46 Personen im Einsatz“, sagt Schatz. Neben der Feuerwehr waren auch ein Rettungswagen, das DRK und die Polizei vor Ort. SRH-Sprecher Christian Haas sagt am Freitagmittag: „Wir sind froh, dass auch dieses Mal niemand ernstlich zu Schaden gekommen ist.“ Der zweite Brand sei insgesamt glimpflicher abgelaufen als der erste vor wenigen Tagen. „Wir hoffen nun, dass die Brände schnell aufgeklärt werden können.“ Die Kollegen würden vor Ort eng mit der Polizei zusammenarbeiten und zum Beispiel auch überprüfen, ob angesichts der beiden Brände weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig seien.
Wie geht es den Patienten, die dort gerade ihre Reha machen? Haben sie Angst? „Die Patienten wurden informiert, im Moment läuft in der Klinik alles ruhig und geordnet ab.“ Mehr will Haas mit Verweis auf die laufenden Polizeiermittlungen aktuell nicht sagen.
Die Ermittler halten sich ebenfalls sehr bedeckt – aus ermittlungstaktischen Gründen, wie die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim, Carmela Rinaldo, sagt. Auch zu dem ersten Brand am vergangenen Wochenende gebe es noch keine Erkenntnisse für die Öffentlichkeit. Generell rät sie: „Patienten sollten sich in so einer Einrichtung mit den Fluchtwegen vertraut machen und schauen, wo die Notausgänge sind.“ So könne man im Ernstfall sich und andere schnell in Sicherheit bringen. Auch rät sie, auffälliges Verhalten anderer Personen direkt der Klinikleitung zu melden.
