Dobel -  17.11.2021
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In Vorträgen geteilt: Geschichte und Geschichten aus Dobel

Dobel. „Ich komme gerne zu den Vorträgen von Bernhard Kraft, denn es ist immer wieder spannend interessantes aus der Heimat zu erfahren“, berichtet eine gebürtige Doblerin und lauscht im Kurhaus den Ausführungen von Bernhard Kraft. Der ortshistorische Fachmann hat sich am Dienstag bei seinen „Dobler Geschichten“ auf die jüngst eingeweihten orts- und waldhistorischen Erlebniswege der Höhengemeinde konzentriert und vermittelte seinem Publikum mittels Bilderschau sein Wissen, das nur teilweise auf den neuen Thementafeln Platz gefunden hat.

Bernhard Kraft referiert im Kurhaus Dobel auch über den Bau des Schulhauses. Foto: Zoller
Bernhard Kraft referiert im Kurhaus Dobel auch über den Bau des Schulhauses. Foto: Zoller

„Auf den Tafeln kann man vieles nachlesen, aber mit über 80 Jahren kann ich die Standorte auf den Wanderwegen nicht mehr erreichen“, so eine Zuhörerin, die sich insbesondere über die Details der ortshistorischen Begebenheiten freute. Passend zur Jahreszeit referierte Kraft über den rasanten Aufschwung des Skisports zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nachdem 1907 in Stuttgart der Schwäbische Schneeschuhbund gegründet worden war, gründete sich auf dem Dobel 1922 der „Schneelaufbund“ als eine Abteilung des Württembergischen Schwarzwaldvereins. Am 25. Februar 1926 sollte die Dobler Schanze mit unterschiedlichen Disziplinen zu Skilauf und Skispringen eingeweiht werden. „Zwar mussten die Skisprünge wegen Nieselregen abgesagt werden, aber den Überlieferungen zufolge muss es nach den absolvierten Disziplinen beim Sonnenwirt recht lustig zugegangen sein“, sagt Kraft.

Im Anschluss sei der Wintersport auf dem Dobel stark gefördert worden. Maßgeblich daran beteiligt gewesen sei ein Lehrer, wodurch Kraft seinen Fokus auf das markante Schulhaus im Ortskern lenkte.

„Das ist ein Bau, der im Sommer 1914 begonnen und im Oktober 1915 eingeweiht wurde. In knapp einem Jahr ist der Bau entstanden, als viele Männer zum Kriegsdienst eingezogen waren.“ 1914 war das alte Schulhaus bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Räumlichkeiten im alten Pfarrhaus genügten nicht mehr. Die Gemeinde kaufte für 7220 Gulden das Gasthaus „Zum Lamm“ das an der Stelle des heutigen Schulhauses stand. Kraft präsentierte die original erhaltenen Baupläne, auf denen im ersten Stock das Gefängnis, ein Holzverschlag und ein Viehstall für den Profisor (Dorfschultheis) eingezeichnet sind. Im Obergeschoss war Platz für das „Rathszimmer samt Registratur“ sowie zwei Zimmer für den Lehrer. Nach dem Brand vom 14. Januar 1914 entstand an derselben Stelle das heutige Schulhaus.

Autor: Sabine Zoller