Enzklösterle
Enzklösterle -  12.09.2021
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Enzklösterle modernisiert Kurpark – Schömberg und Bad Wildbad derzeit zufrieden mit ihren Einrichtungen

Enzklösterle/ Schömberg/Bad Wildbad. „Unser Kurpark muss sich verändern. Die Erwartungen von Gästen und Einwohnern haben sich gewandelt“, sagt Enzklösterles Bürgermeister Sascha Dengler. Einen maßgeblichen Schritt will die Gemeinde nun in Angriff nehmen: Der in die Jahre gekommene, künstlich angelegte Kurparksee soll weg.

Kein Schmuckstück mehr: Der Wasserstand musste aufgrund der Verkehrssicherungspflicht abgesenkt werden, der Unterhalt ist teuer – drum soll der Kurparksee in Enzklösterle weg. Foto: Gemeinde Enzklösterle
Kein Schmuckstück mehr: Der Wasserstand musste aufgrund der Verkehrssicherungspflicht abgesenkt werden, der Unterhalt ist teuer – drum soll der Kurparksee in Enzklösterle weg. Foto: Gemeinde Enzklösterle

Dafür soll von der Quellfassung beim Kneippbecken ein rund 50 Meter langer, gewundener Bachlauf mit Sandstein als naturnaher Wasserspielplatz angelegt werden, „an dem die Kinder matschen können“, so Dengler: „Dafür holen wir gerade die wasserrechtliche Genehmigung ein.“

Bei der nächsten Gemeinderatssitzung sollen die Planungen genau besprochen und nach Möglichkeit auch schon die Arbeiten vergeben werden. Läuft alles glatt, könnte das Projekt eventuell schon im Winter umgesetzt werden. Eine Sanierung des bestehenden, rund 530 Quadratmeter großen Sees, der in einem Betonbett liegt, lohne sich nicht, so Dengler: „Die alte Holzbrücke ist weggemodert. Die Randsteine bröckeln, die Plane zerbröselt.“ Schon mehrfach habe man sie für viel Geld flicken müssen. Dazu komme: „Vor rund anderthalb Jahren mussten wir den Wasserstand wegen der Verkehrssicherungspflicht von rund einem Meter auf 40 Zentimeter absenken.“ Seitdem schaue die Teichfolie unansehnlich heraus. „Aber komplett einzäunen ist ja auch keine Alternative“, so der Bürgermeister.

Ansprüche wandeln sich im Lauf der Zeit

Für die Optik habe die Gemeinde den Kurpark kürzlich auch „entbuscht“, so Dengler. Zudem habe man mehr als 1000 Blumenzwiebeln vergraben, die in den Farben Enzklösterles erblühen sollen. Nun brauche man noch einen Schattenspender für den vor einigen Jahren angelegten Vital-und-Aktiv-Platz.

Insgesamt wolle man „weg vom Kurgastflair der 1970er- und 80er-Jahre. Denn diese Gäste haben wir kaum mehr“, so Dengler. Die Leute wollten „nicht nur schauen, genießen und entspannen, sondern aktiv sein.“ So gebe es neben den Ruheplätzen inzwischen auch ein Schachbrett, die Konzertplatte, Bewegungsspiele, Klettergerüste, und Picknickbänke. „Es gilt, mehr Sinne als nur das Auge anzuregen“, so Dengler. Auch wenn das alles pflegeintensiv sei, wolle die Gemeinde ihren Gästen das bieten.

Kurpark als Herzstück der Gemeinden

Auch in anderen Kurgemeinden wie Schömberg oder Bad Wildbad ist der Park das Herzstück des Ortes. Schömberg sieht sich mit seinem Kurpark derzeit gut aufgestellt. „Wir sind zufrieden“, sagt Marina Moser, Leiterin der Touristik und Kur. Um den Ansprüchen verschiedener Zielgruppen gerecht zu werden, habe man unterschiedliche Zonen geschaffen – mit Ruhebereich, Kräutergarten, Kneipp-Becken, aber auch einem Generationen-Aktiv-Park mit Bewegungsmöglichkeiten für alle. Größere Veränderungen seien nicht geplant: „Wir setzen auf kleinere Aktionen, um die Attraktivität zu steigern. Im Moment haben wir zum Beispiel eine Skulpturen-Ausstellung des Pforzheimer Künstlers René Dantes.“ Eine Besonderheit seien zudem die Wasserspiele im Brunnen zu Musik.

„Bekannt, beliebt, besonders!“ – das sei der Kurpark Bad Wildbad, sagt die dortige Touristik-Chefin Stefanie Dickgiesser. Der Park gehöre dem Land und sei von der Touristik gepachtet. „Zu großen Teilen ist er denkmalgeschützt“, erklärt Dickgiesser. Prägend seien die großen, alten Bäume und die Enz. Erholung biete der Kurpark „für Groß und Klein. Wir haben hier eine kostenlose, leicht zugängliche Alternative zu den Angeboten auf dem Sommerberg“, so die Touristik-Chefin.

Mit der S-Bahn sei der Park von Pforzheim her direkt zu erreichen. Immer wieder bemühe man sich punktuell um Verbesserungen: „Im vergangenen Jahr haben wir sechs Himmelsliegen aufgestellt, der Matschplatz für Kinder wird saniert und am Schwanensee entsteht eine neue Fläche.“ Es gebe vermehrt Aktiv-Angebote, denn: „Während früher hauptsächlich Kurgäste zum Lustwandeln kamen, kommen heute auch verstärkt junge Familien mit Kindern und Sportbegeisterte.“ Ergänzt werde das Angebot durch Veranstaltungen und Gastronomie.

Autor: ben