Enzklösterle
Enzklösterle -  06.01.2019
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„Herzensangelegenheit“: Andreas Bauer neuer Betreiber der Skilifte in Enzklösterle

Enzklösterle. Es ist weniger kalkulierter Geschäftssinn als eine gehörige Portion Liebe zur Heimat: „Der Aufwand ist enorm und das finanzielle Risiko hoch“, sagt Andreas Bauer und meint das Abenteuer, in das er sich begeben hat. Nach reiflicher Überlegung und mit großen Emotionen hat er die Skilifte in Enzklösterle übernommen.

Stürzen sich als neue Luft-Betreiber ins Abenteuer: Andreas Bauer mit Sohn Jarne und Frau Katharina (von rechts). Foto: Privat
Stürzen sich als neue Luft-Betreiber ins Abenteuer: Andreas Bauer mit Sohn Jarne und Frau Katharina (von rechts). Foto: Privat

„Ich wollte sie einfach erhalten, das war mir eine Herzensangelegenheit“. Nicht ganz unbeteiligt an dem Entschluss ist sicher sein Vater Ernst Bauer. Er ist seit 20 Jahren Betriebsleiter bei den Hirschkopfliften und wird auch in Zukunft zum Gelingen des Unternehmens beitragen.

Als der bisherige Betreiber der Skilifte, Hans-Joachim Fischer, altershalber aus dem Betrieb aussteigen wollte, war guter Rat teuer. Man reißt sich nicht gerade um Skilifte, seien sie auch noch so schön gelegen. Auch im Schwarzwald werden Lifte eher aufgegeben als neu verpachtet oder gekauft. Denn das Wetter ist unberechenbarer geworden und der persönliche Einsatz hoch. Davon leben – „das kann man nun wirklich nicht. Das geht nur als Nebenbeschäftigung“, da ist sich Zimmermeister Bauer, dem Fischer die Lifte ans Herz legte, ganz sicher. Dass die Nebenbeschäftigung, wenn ausreichend Schnee liegt, sieben Wochentage mit nächtlicher Pistenpflege und auch im Sommer – ohne Einnahmen – Revisionsarbeiten, Wartung und TÜV umfasst, war für Bauers junge Familie anfangs kein Grund für Begeisterung. „Im Winter ist das ein starkes Programm, ich weiß das. Das wird gerne unterschätzt. Aber meine Frau zieht jetzt mit. Irgendwann war sie damit einverstanden“, freut sich der neue Lift-Betreiber. Die Freude hört man ihm an: „Wir werden versuchen, diese lange Wintersportgeschichte in Enzklösterle weiterzuschreiben – mit Altbewährtem und mit neuen Ideen, damit der Wintersport in Enzklösterle erhalten bleibt“.

Kiosk rückt in den Blick

Seit 1. Dezember ist Bauer Inhaber der beiden Hirschkopf-Schlepplifte, die als „großer“ und „kleiner“ Lift Abfahrtsstrecken von rund 1200 und 400 Metern in verschiedensten Schwierigkeitsgraden anbieten.

Die beiden Lifte sind nicht nur die einzigen im Heidelbeerdorf, „der große ist auch einer der längsten im gesamten Nordschwarzwald“ – Bauer ist stolz auf den Wintersportschatz, den Enzklösterle aufzuweisen hat. Der ist außerdem mit Flutlichtanlage und Schneekanonen so gut gerüstet, dass auch neuralgische Punkte mit abgefahrenem oder wenig Schnee, schnell wieder in Bestform sind: „Ab minus vier Grad, und wenn es länger als zwei Tage schneien soll, werden sie eingesetzt“.

Mitbetrieben wird beim „Skizentrum Enzklösterle“ – das nicht nur Skifahrer, sondern auch Snowboarder gerne willkommen heißt – ein Kiosk mit Aufwärmstube. Auch auf diesen richtet sich der Blick von Bauer, wenn es um Pläne für die Zukunft geh. Der neue Heidelbeerwanderweg könnte hier Ausbauanreize schaffen.

Zunächst aber bleibt alles so, wie es war: Die Lifte bleiben erhalten, und auch die Preise werden nicht erhöht. Geöffnet ist der kleine Lift ab einer Schneelage von 30 Zentimetern, der große ab 40 Zentimetern.

Autor: Gabriele Meyer