Höfen -  08.10.2021
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Bestattungskultur im Wandel: neue Urnengräber in Höfen

Bürgermeister Heiko Stieringer kam in seiner Begrüßungsansprache auf die sich zunehmend verändernde Bestattungskultur, weg von der traditionellen Sargbestattung und hin zur Urnenbestattung, zu sprechen. Dieser Entwicklung habe die Gemeinde Höfen mit der Anlegung der beiden Urnengrabfelder Rechnung getragen. Umgesetzt wurde diese nach der Errichtung entsprechender Wege durch das Bad Wildbader Bauunternehmen Etzel-Bau im hinteren Bereich des Friedhofs federführend von der Gärtnerei Günthner. Und zwar mit zwei Grabfeldern für insgesamt 97 Urnenbestattungen. Komplettiert wurde die neue Anlage mit von Bauhofmitarbeitern aufgestellten Sitzbänken.

Zum Abschluss des „Tags des Friedhofs“ segnete der katholische Diakon Günter Duvivier (rechts) die neu angelegten Urnengrabfelder.
Zum Abschluss des „Tags des Friedhofs“ segnete der katholische Diakon Günter Duvivier (rechts) die neu angelegten Urnengrabfelder.

„Friedhöfe sind nicht mehr nur Orte der Trauer, des Abschieds und der Bestattung, sondern auch Orte der Besinnung. Deshalb kann man hier auch in hektischen Zeiten einfach mal zur Ruhe kommen. Die klein angelegten Parklandschaften sollen genau diesen Platz bieten, für Begegnungen, Gespräche und Erinnerung“, führte Bürgermeister Stieringer dazu aus.

Dem Thema „Tod und Bestattung aus christlicher Perspektive“ widmete sich anschließend der evangelische Pfarrer André Bohnet aus Calmbach. Eine Antwort auf die Frage „Was kommt nach dem Tod“ sei Inhalt des christlichen Glaubens mit der Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten, womit Leben und Tod in Gottes Hand stünden.

Friedhofskultur soll nachhaltig gestärkt werden

Über den Wandel in der Friedhofskultur sprach Miriam Maisenhölder als Friedhofsgärtnermeisterin und Bereichsleiterin für Friedhofsprojekte bei der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner mit Sitz in Karlsruhe. Im Zuge des Imagewechsels des Friedhofs sei es geboten, die Bedeutung der Friedhofskultur nachhaltig zu stärken. Dabei zitierte sie aus dem Ergebnis einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2019, in der sich nur 25 Prozent der Befragten ein klassisches Grab wünschten, 2013 waren es noch 49 Prozent. Friedhöfe seien nicht mehr nur Ruhestätten zum Gedenken, sondern grüne Oasen, Orte des gemeinsamen Austausches, Treffpunkte für Angehörige und Orte der Kunst und Kultur sowie der Lokalgeschichte.

Damit war die Zeit für den Friedhofsrundgang unter der Führung von Gärtnermeister Dieter Günthner gekommen, bei dem die Teilnehmer eine Mustergrabbepflanzung verfolgen konnten. Günthner betonte, dass die anfallenden Kosten für eine Grabstelle einschließlich der kommunalen Gebühren unter viertausend Euro liegen dürften.

Eine Segnung der neuen Grabfelder bildete den Abschluss der von der Calmbacher Musikergruppe „InBrass“ begleiteten Veranstaltung.

Autor: Heinz Ziegelbauer