Höfen -  19.07.2020
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Höfener Schule war eine zweite Heimat für Rektorin Margrit Dittus

Höfen. „Lehrer zu sein – und erst recht eine Schule zu leiten; das ist nicht irgendein Beruf, sondern das ist Berufung.“ Das sagte Höfens Bürgermeister Heiko Stieringer. Nach zehn Jahren Leitung verlässt Margrit Dittus die Höfener „Grundschule auf dem Berg“ und wurde in den, so Stieringer, „wohlverdienten Ruhestand“ verabschiedet. Ein kleiner Kreis von rund 20 Kollegen sowie Elternvertretern und Familienangehörigen blickte im Höfener Rathaus gemeinsam auf die lange Schultätigkeit der Pensionierten zurück.

Als Dank für ihr Engagement erhielt Margrit Dittus von Bürgermeister Heiko Stieringer ein Gemälde von der „Schule auf dem Berg“. Foto: Knöller
Als Dank für ihr Engagement erhielt Margrit Dittus von Bürgermeister Heiko Stieringer ein Gemälde von der „Schule auf dem Berg“. Foto: Knöller

Diese begann jedoch nicht an der „Schule auf dem Berg“, sondern in der benachbarten Kommune Schömberg. Bereits ein paar Jahre später führte sie ihr Weg in die kleine Gemeinde an der Enz, denn „es hieß, die bräuchten mich“, erzählte Dittus schmunzelnd. In 42 Jahren Unterrichten sammelte die engagierte Lehrerin einige prägende Erfahrungen und sie verlor dabei nie ihre Ziele aus den Augen. In all den 38 Jahren als Lehrerin in Höfen sei es stets ihr Anspruch gewesen, dass „Höfen mit der „Schule auf dem Berg“ eine Schule mitten im Dorf hat, in der die Kinder ihre sozialen Wurzeln schlagen können.“

Viel Unterstützung

Sehr am Herzen lag der Pädagogin außerdem die gute Beziehung zwischen Elternhaus und Schule. Projekttage, musikalische Events und Schulfeste seien nur durch das tolle Miteinander von Elternbeirat und allen Erziehungsberechtigten auf die Beine gestellt worden, berichtete Dittus. Für die Gestaltung über den eigentlichen Unterricht hinaus hatte für sie die Kooperation mit den örtlichen Vereinen Priorität. Sei es der kostenlose Flötenunterricht für Erst- und Zweitklässler, das Akkordeonorchester oder die Bundesjugendspiele – „Frau Dittus hat großen Wert auf ein aktives und vielseitiges Schulleben gelegt“, so Stieringer. Nicht zu vergessen seien laut dem Gemeindeoberhaupt auch kreative Ideen wie das Zirkusprojekt oder das Treffen der Kinder mit Senioren, um Brettspiele zu machen.

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Die ehemalige Lehrerin der Höfener Grundschule, Barbara Flor, teilte ihre Erinnerungen von einem besonderen Event, das sie federführend mit Margrit Dittus gestaltete, mit den Gästen. Anlässlich des 100. Jubiläums der evangelischen Kirche 1994 führten die Lehrerinnen mit ihren Schülern das Musical „Die Hochzeit zu Kana“ auf. Doch bei dem einen Auftritt blieb es nicht: „Mit vollen Koffern und 35 Kindern ging es für uns zwei los nach Dermbach in Thüringen“, erzählte Flor und sagt weiter, die Aufführung des biblischen Stücks in der Partnergemeinde sei der Anfang einer wunderbaren Beziehung zu Margrit Dittus gewesen. „Ja – mein Kollegium war mir immer sehr wichtig“, stellte Dittus fest.

Immer gekümmert

Genau das bekamen die Kolleginnen wohl bis zuletzt zu spüren, denn Corinna Rotter bedankte sich stellvertretend für die Lehrerschaft für das stets offene Ohr der Schulleiterin. „Sie haben sich immer besonnen um uns gekümmert und sich jedes Problems angenommen. Gemeinsam mit Ihnen sind wir sogar durch den Corona-Dschungel gekommen.“ Doch der Abschied fiel den Lehrerinnen sichtlich schwer: „Wir lassen Sie nur gehen, weil Ihre Kaffeetasse noch im Schrank steht und Sie uns so ja hoffentlich mal besuchen.“ Als Überraschung kreierte das Kollegium ein Abschiedslied. Mit ihrem Lied „Eine Schule auf dem Berge“ als Pendant zum Klassiker „Eine Insel mit zwei Bergen“ zauberten sie Margrit Dittus ein Lächeln ins Gesicht. Zum Abschluss überreichte Heiko Stieringer der frisch Pensionierten ein extra für sie angefertigtes Gemälde der „Schule auf dem Berg“ mit den Worten: „Danke für Ihr unermüdliches Engagement für Ihre Schule, die nun fast wie Ihre zweite Heimat war.“

Autor: Lena Knöller