Höfen -  02.12.2021
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Kita, Freibad, Verwaltung: Höfen will sich neu aufstellen

Höfen. Die Höfener Verwaltung und der Gemeinderat sind jüngst zu einer eineinhalbtägigen Klausur zusammen gekommen. Brisante Themen hätten diese bestimmt, teilt das Rathaus nun mit. Dreh- und Angelpunkt sei die noch immer problematische Haushaltssituation der Gemeinde gewesen, die jetzt ein konsequentes Umsteuern der Verwaltung in vielen Detailsfragen notwendig mache. Bürgermeister Stieringer betonte: „Wir haben die aktuelle Situation ohne Rücksicht auf irgendwelche Tabuthemen und ,heilige Kühe‘ offen und in aller Klarheit analysiert.“

Das Freibad in Höfen. Foto: Hegel
Das Freibad in Höfen. Foto: Hegel

Sämtliche Entscheidungen seien in großer Einstimmigkeit gefallen. Strategie und die Richtung für die Entwicklung von Höfen seien klar. „Wunsch und Auftrag des Gemeinderats ist, dass die beschlossenen Maßnahmen im kommenden Jahr mit Entschiedenheit und Augenmaß von der Verwaltungsspitze umgesetzt werden“, so Stieringer weiter.

Ebenfalls neu: Zu den Einzelthemen „Weiterentwicklung der Verwaltung“, „Umgang mit dem defizitären Freibad“ und „Organisationsentwicklung Bauhof“ seien Arbeitskreise gebildet worden, in denen jeweils die Kompetenz von internem und externem Sachverstand gebündelt werden solle.

Künftig soll laut der Pressemitteilung auf Wunsch von Verwaltung und Gemeinderat die Bürgerbeteiligung intensiviert werden. Dem Gremium schwebt eine markenbasierte Leitbildentwicklung vor, an der die Bürgerschaft intensiv beteiligt werden soll.

Die Klausur begann mit einer Analyse des Status Quo, steht in der Pressemitteilung weiter. Deutlich wurde, dass die Haushaltskonsolidierung, die Schaffung von Wohnraum, die Erhaltung der Infrastruktur inklusive maßvollem Ausbau, der Ausbau der Bürgerbeteiligung, die Entwicklung eines auf die Marke Höfen angepassten Leitbildes die Wunsch- und auch die Sorgenlisten der Anwesenden dominierten. „Das Gremium sieht viele Ansätze zur positiven Weiterentwicklung, vordringlich ist aber die konsequente Umsteuerung bei den Ausgaben,“ fasst der Bürgermeister die Ausgangslage zusammen.

300.000 Euro Defizit

Kämmerin Lena Rehklau informierte über die aktuelle Situation und den Ausblick auf die Haushaltsplanung für 2022. Ihr Fazit: „Die Gemeinde lebt aktuell noch immer über ihre Verhältnisse. Wir planen derzeit mit einem Defizit für 2022 von insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Die laufenden Auszahlungen übertreffen die Einzahlungen. Da keine Rückstellungen gebildet werden können, müssen geplante Investitionen über neue Kredite finanziert werden.“ Die Kämmerin habe deutlich gemacht, dass mindestens 300.000 Euro an laufenden Kosten und zusätzlichen Investitionen eingespart werden müssen, um einen genehmigungsfähigen Haushalt 2022 zu erhalten.

Die gute Nachricht. „Am Ende der Klausur haben wir Lösungen gefunden, um der gesetzten Zielmarke nahe zu kommen“, gibt sich Heiko Stieringer optimistisch. „Derartige Einsparungen erfordern allerdings auch organisatorische und personelle Veränderungen. Die Gemeinde Höfen wird versuchen, sich mit den betroffenen Personen und Organisationen über möglichst sozialverträgliche Lösungen zu einigen.“

Gleich zwei Arbeitskreise werden sich der Weiterentwicklung der Verwaltung und der zukünftigen Ausrichtung des Bauhofs widmen. Veränderungen seien auch im Kindergarten angesagt. Auslastung und Kosten stünden seit langem in einem ungünstigen Verhältnis. Der Personalschlüssel liege über den vorgeschriebenen Standards, teilweise seien die Gruppen sind nicht voll belegt. Ziel sei, ohne Qualitätsverlust eine zukunftsfähige Struktur zu entwickeln. Auch die wirtschaftliche Situation des Höfener Freibads macht den Räten Kopfzerbrechen. Grundsätzlich bestehe großes Interesse, dieses zu erhalten. Allerdings muss der jährliche Kostenaufwand in den kommenden Jahren stark reduziert werden.

Autor: pm