Höfen -  07.12.2021
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Mehr Auszahlungen als Einzahlungen: Höfener Haushalt bleibt Zitterpartie

Höfen. Mit einem Minus im kommunalen Haushalt von rund einer Million Euro rechnet die Gemeinde Höfen für das kommende Jahr 2022. „Das ist kein gutes Ergebnis“, hat Bürgermeister Heiko Stieringer im Rahmen seiner Haushaltsrede zur Einbringung in den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung gesagt. Und dennoch: „Es ist ein Trend in die richtige Richtung“, ordnete der Verwaltungschef anschließend die Zahlen ein, die Kämmerin Lena Rehklau präsentierte. Denn: Der Planansatz für das nun fast zurückliegende Jahr 2021 lag mit knapp 1,7 Millionen Euro deutlich höher. Gleichzeitig verbessern sich die Ergebnisse laut Ausblick bis 2025 sichtbar. Dann rechnet die Gemeinde nur noch mit einem Minus von 467.000 Euro. „Wir haben also die Möglichkeit unser negatives Ergebnis in den kommenden Jahren zu halbieren“, so der Bürgermeister.

Für mehr Einnahmen baut Höfen auch auf das noch entstehende Baugebiet am Hengstberg zwischen Waldrand (unten) und Wohnbebauung. Foto: Meyer
Für mehr Einnahmen baut Höfen auch auf das noch entstehende Baugebiet am Hengstberg zwischen Waldrand (unten) und Wohnbebauung. Foto: Meyer

Gleichwohl komme ein schuldenfreier Haushalt auf Jahre nicht in Sicht, weshalb Stieringer einen Fünf-Punkte-Plan als Gegenmaßnahme vorstellte. So soll jedes Angebot, jede Investition und Ausgabe ganz genau geprüft werden. Im Bereich Kindergarten und Bauhof müsse es Justierungen und Optimierungen unter Beibehaltung der Qualität geben. Freiwilligkeitsleistungen wie die Dauerfinanzierung des Freibades kommen laut Verwaltungschef auf den Prüfstand. Gewerbeansiedlungen und das Schließen von Baulücken könnten auf lange Sicht die Einnahmensituation der Gemeinde verbessern, so Stieringer: „Vor allem das Baugebiet am Hengstberg ist auf rund 400 zusätzliche Einwohner ausgelegt und damit für die Entwicklung der Gemeinde von größter Bedeutung.“

Der geplante Ergebnishaushalt 2022 sieht Ordentliche Erträge in Höhe von knapp 4,7 Millionen Euro vor. Dem gegenüber stehen Ordentliche Aufwendungen in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro, was das Defizit von einer Million Euro verursacht. Die höchsten Aufwendungen werden dabei voraussichtlich bei den Personalkosten mit 1,1 Millionen Euro liegen. Auch der Zuschuss für den Kindergartenträgerverein macht mit 720.000 Euro einen Großteil aus. Die erforderliche Sanierung der Ochsenbrücke wird mit etwa 300.000 Euro zu Buche schlagen. Dem gegenüber stehen Erträge wie etwa der Zuschuss für die Sanierung der Ochsenbrücke in Höhe von rund 130.000 Euro oder der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 965.000 Euro. Auch im Finanzhaushalt bahnt sich für 2022 ein Defizit in Höhe von rund 540.000 Euro an.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt