Höfen -  17.12.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Weihnachtsaktion in Höfen: Adventsfenster öffnen Herzen der Menschen

Höfen. Was im vergangenen Jahr aus dem einfachen Wunsch heraus geboren worden war, die Höfener auch während des dritten Corona-Lockdowns wenigstens auf Distanz zusammenzuführen und zu erfreuen, hat sich in diesem Jahr etabliert: Die Höfener Adventsfenster.

Nadin Bauer aus Höfen hat über Wochen hinweg immer nachmittags an einem Engel gebastelt. Dieser hat für sie eine ganz persönliche Bedeutung. Foto: Dast-Kundadt
Nadin Bauer aus Höfen hat über Wochen hinweg immer nachmittags an einem Engel gebastelt. Dieser hat für sie eine ganz persönliche Bedeutung. Foto: Dast-Kundadt

„Uns haben damals die vielen engen Kontakte hier im Ort sehr gefehlt“, erinnert sich Bianca Großmann an diese Zeit. Sie hatte die Idee zu den Adventsfenstern aus dem Bad Wildbader Ortsteil Sprollenhaus mitgebracht. „Für mich war das einfach eine schöne Möglichkeit trotz allem Freunde und Bekannte zu sehen und zu sprechen“, erinnert sie sich. Ihre vier Mitstreiterinnen Nadin Bauer, Cindy Schroth und Jennifer Wiech, ein kleiner Teil der Likör-Muddys, waren sofort mit dabei. Es wurde fleißig telefoniert und schließlich hatten sich 24 Höfener gefunden, die an jedem Tag im Advent um 17.30 Uhr ihr Adventsfenster für die Menschen öffneten. Mehr noch: „Tatsächlich hätten wir 35 Fenster machen können“, erinnert sich Cindy Schroth lachend. „Manche waren richtig traurig, dass sie nicht mitmachen konnten.“ Daher habe man sich in diesem Jahr entschieden, die 24 Adventsfenster einfach über das Gemeindeblättchen auszuschreiben. Mit Erfolg.

Seit 1. Dezember treffen sich die vier Frauen nun jeden Abend pünktlich vor einem anderen Adventsfenster im Ort. „Viele bringen ihren Glühwein oder Punsch und eine Tasse mit“, erzählen sie. Und da sich die Fenster über den gesamten Ort verteilten, seien auch immer andere Menschen aus der jeweiligen Nachbarschaft oder dem persönlichen Umfeld dabei. „Es ist wichtig, dass wir in dieser Zeit ein Stückchen zusammenrücken dürfen“, sind die Frauen, die sich auch sonst auf vielfältige Weise in und für die Gemeinde Höfen engagieren, sicher „Jedes Fenster ist anders“, sagen sie. Manche klein, aber fein, andere beeindruckend und wieder andere einfach nur schön und stimmungsvoll.

Viel Mühe haben sich auch die vier mit ihren eigenen Adventsfenstern gegeben. Nadin Bauer hat über Wochen hinweg an einem riesigen Weihnachtsengel gearbeitet, der nun in einer keinen Hütte vor ihrem Haus steht. Sie gedenkt damit einem Menschen, den sie in diesem Jahr verloren hat. „Auch solche Geschichten gehören zu Weihnachten“, sagen sie. Und freuen sich auf die letzten sechs Fenster, die sich bis zum 23. Dezember in Höfen noch öffnen werden. „Das 24. Adventsfenster ist dann die Christmette in unserer Kirche“, sagt Bianca Großmann.

Autor: kun