Karlsbad -  11.01.2021
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Ausgleich für Corona-Verluste: Karlsbad hilft Vereinen mit Sonderzuschüssen

Karlsbad. Neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden sind es gerade bei Vereinen im ländlichen Raum insbesondere Einnahmen aus Festveranstaltungen, Turnieren oder Konzerten, die den jährlichen Finanzbedarf decken. Absagen von Veranstaltungen auf breiter Ebene im Corona-Jahr 2020 sorgten oft für eine Schieflage der Finanzen. „Wir möchten mit einem einmaligen Zuschuss die Vereine in dieser schwierigen Situation ein Stück weit unterstützen“, so Karlsbads Bürgermeister Jens Timm.

Der letzte öffentliche Auftritt des Jugendorchesters des Musikvereins „Edelweiß“ Ittersbach war 2019. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen hat man im Sommer vergangenen Jahres im Freien geprobt. Mit den dem Gemeindezuschuss können die Mindereinnahmen abgemildert werden. Archivfoto: Weber
Der letzte öffentliche Auftritt des Jugendorchesters des Musikvereins „Edelweiß“ Ittersbach war 2019. Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen hat man im Sommer vergangenen Jahres im Freien geprobt. Mit den dem Gemeindezuschuss können die Mindereinnahmen abgemildert werden. Archivfoto: Weber

Im Einvernehmen mit dem Gemeinderat werden im Ergebnishaushalt 2020 nicht verbrauchte Mittel in Höhe von insgesamt 90000 Euro den Vereinen gewährt. So werden 88 der 125 Karlsbader Vereine in Kürze über die Sonderzuwendung informiert. In den Genuss kommen Vereinigungen, bei denen auch unter den coronabedingten Einschränkungen Kosten für Dirigenten, Ausbilder, Trainer, Anlagenunterhaltung oder für Räumlichkeiten weiterliefen – wenn auch in reduziertem Maße. „Wir können diese Defizite nicht auffangen, sondern nur etwas mindern. Schließlich geht es auch um den Erhalt unserer ehrenamtlich getragenen Vereinsstrukturen als wesentliches Element des gesellschaftlichen Lebens“, so Timm. Als Basis dienen die doppelten Sätze der alljährlich über die Ortschaftsräte verteilten Vereinszuschüsse. Nicht berücksichtigt werden Vereine, die keinen Betriebskosten unterliegen, wie beispielsweise Fördervereine.

Mit 18.000 Euro beziffert der Vorsitzende des TTC Mutschelbach, Alexander Hofferer, die Mindereinnahmen 2020. Es gab keine Vereinsfeste und die eigene Bocksbachhalle konnte nicht für anderweitige Veranstaltungen vermietet werden. „Trotzdem haben wir in den Sommermonaten nach Corona-Vorgaben für den Tischtennisnachwuchs Einzeltraining organisiert“, betont Hofferer. Er kann jetzt mit einem Sonderzuschuss der Gemeinde von rund 2.000 Euro rechnen. Rund 10.000 Euro betragen laut Schatzmeisterin Alexandra Steiner die Mindereinahmen beim Musikverein „Edelweiß“ Ittersbach, wobei auch hier die Dirigenten- und Ausbilderkosten weitgehend weiterliefen. Es fehlen Einnahmen aus vier Veranstaltungen. Von Juli bis September hat man im Freien geprobt. Jetzt kann der Musikverein mit einem Sonderzuschuss von rund 2.500 Euro rechnen.

Auch in der Corona-Situation aktiv

Viel höher liegen die Summen beim SV Langensteinbach, mit rund 1.350 Mitgliedern größter Verein in Karlsbad. Vorsitzender Hans Rupp befürchtet einen Fehlbetrag von über 100.000 Euro. 5.000 Euro von der Kommune sollen jetzt etwas helfen. „Kein Sportfest, kein viertägiges internationales Pfingstturnier“, stöhnt Rupp. Andererseits war man auch in der Corona-Situation aktiv. So hat die Kinderturnabteilung während der Hallensperrungen im Frühsommer nach ausgeklügeltem Hygiene- und Abstandskonzeptkonzept das Turnen ins Freie, ins Sonotronic-Stadion verlegt.

Autor: i.e.