Karlsbad -  30.11.2021
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Bürgerinitiative enttäuscht: Autobahn GmbH sieht keinen Bedarf für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen bei Mutschelbach

Karlsbad. Wer in Karlsbad gehofft hatte, dass sich mit der Übertragung der Zuständigkeiten an die Autobahn GmbH neue Ansatzpunkte für Nachrüsten in Sachen Lärmschutz an der A 8 ergeben, sieht sich getäuscht. Im Sommer haben die Bürgerinitiative für einen gerechten Autobahnneubau (BiAM) und die Gemeinde Vorstöße bei der Autobahn GmbH Südwest unternommen. Die Antworten machen nun deutlich: Auch diese sieht nach den vorliegenden Daten der Lärmbelastung keinen Nachrüstungsbedarf.

Primäre Zielsetzung bleiben in Karlsbad eine Lärmschutzwand auf der rund 180 Meter langen Bocksbachtalbrücke – auch wenn diese von der Autobahn GmbH als eher wirkungslos“ bezeichnet wird – sowie eine Verlängerung der Erdwälle bis zur Brücke hin. Als Kostenvolumen wurden bisher rund 700.000 Euro genannt. Daneben wünscht man eine Bepflanzung der kahlen Böschungen, die als Reflektionsflächen den oberen Ortsteil von zusätzlichem Lärm entlasten.

Kleiner Hoffnungsschimmer

BiAM-Vorsitzender Reiner Wildenmann erinnert, dass man in Mutschelbach schon vor der Übergabe der sechsspurigen A8 2015 über eine deutliche Verschlechterung der Lärmsituation klagte. Seither drehe sich im Zusammenhang mit den von der Gemeinde und der BiAM geforderten Nachrüstungen das Behördenkarussell, auf Landes- wie auch auf Bundesebene.

„Daneben waren Politikerinnen und Politiker aller Parteien auf unsere Einladung hin vor Ort, leider ohne Ergebnis. Nichts ist passiert, noch nicht einmal die Bepflanzung der kahlen Erdwälle. Und jetzt kommt auch von der neuen Autobahn GmbH eine Komplettabsage“, so Wildenmann, ebenso gefrustet, wie sein Stellvertreter Günter Sing.

Bürgermeister Jens Timm und Bauamtschef Ronald Knackfuß nutzten Anfang Oktober bei einem Vorort-Termin mit der Autobahn GmbH die Gelegenheit, das Thema Lärmschutz anzusprechen. Zu entlocken war der Behörde laut Timm allerdings nur, dass man bemüht sei, den üblicherweise nach fünfzehn bis zwanzig Jahren anstehenden Asphaltaustausch so bald wie möglich durch einen neuen Flüsterasphalt umzusetzen. Es gelte bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachzuhaken, auch im politischen Raum, so Timm.

Zumindest einen kleinen Lichtblick eröffnet der Hinweis der Autobahn GmbH, wonach man aufgrund der zum 1. März modifizierten Verkehrslärmschutzverordnung auch die Belastungssituation bei Mutschelbach für die landesweite Lärmkartierung im kommenden Jahr erneut bewerten müsse.

Ob sich daraus Ansprüche für Maßnahmen ergeben, bleibe abzuwarten, sei jedoch vor dem Hintergrund der bereits umgesetzten Maßnahmen im Rahmen der Lärmvorsorge eher unwahrscheinlich, so die Betriebs-GmbH.

Autor: i.e.