Karlsbad -  23.12.2021
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Ein echter Hingucker: Historisches Heimatmuseum Ittersbach glänzt mit neuer Fassade

Karlsbad-Ittersbach. Stilgerecht saniert und optisch ansprechend gestaltet sich die Außenfassade des Karlsbader Heimatmuseums mit angrenzender Museumsscheune an der Friedrich-Dietz-Straße in Ittersbach. Der historische Baukörper auf der Anhöhe gegenüber der Kirche präsentiert sich in neuem Glanz. Die Kosten belaufen sich auf rund 110.000 Euro. Bauamtsleiter Ronald Knackfuss spricht von einem bedeutenden, ortsbildprägenden Objekt, das es zu erhalten gilt.

Ortsbildprägendes Objekt aus dem Jahr 1832: Nach der Sanierung der Außenfassaden ist das Heimatmuseum mit Museumsscheune in Ittersbach wieder ein echter Hingucker. Foto: Weber
Ortsbildprägendes Objekt aus dem Jahr 1832: Nach der Sanierung der Außenfassaden ist das Heimatmuseum mit Museumsscheune in Ittersbach wieder ein echter Hingucker. Foto: Weber

Zunächst mussten die Außenfassaden in Putz und Natursandstein neu aufgearbeitet werden. Dies gilt auch für die Fenster mit Fensterläden und die gut erhaltenen historischen Türanlagen. Im Blickpunkt standen die Steinmetzarbeiten vor allem im Bereich des ehemaligen Hummelstalls mit Scheune, wie Architekt Herbert Suedes erläutert.

Dort ziehen sich um die Fenster, Türen und Tore Sandsteingewänder, zum Teil in Bogenform, die aus den damaligen örtlichen Werksteinbrüchen gewonnen wurden. Schließlich war Ittersbach ehemals eine bekannte Steinhauergemeinde. Bei den Steinmetzen waren die Pfinzsandsteine wegen ihres gleichmäßigen Korns geschätzt. Sie dienen bis heute an zahlreichen Objekten in der Region als Zierde. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten mussten Ausbrüche an den Gesimsen durch sogenannte „Vierungen“ (Standsteinstücke) ergänzt werden.

Recht bewegt gestaltet sich die Geschichte des Objekts, das 1832 als Schulhaus erbaut wurde. Im Obergeschoss befand sich ursprünglich ein Schulsaal, darunter die Lehrerwohnung. Dazu gehörte eine Stallung mit Scheune. Ein Teil des Lehrergehaltes bestand nämlich in der Nutzung von Äckern und Wiesen der Gemeinde. Mit dem Bau des neuen Schulhauses an der heutigen Langestraße im Jahre 1888 wurde das Gebäude an der Friedrich-Dietz-Straße als Dependance genutzt. Von Amts wegen erhielt diese 1923 die bis heute geläufige Bezeichnung „Kochschule“ nachdem dort Mädchen aus Ittersbach und Langenalb nach der Volksschule Kochunterricht erhielten.

Auf Initiative des Heimatvereins hat sich die Gemeinde 1986 entschlossen, das vom Zerfall bedrohte Objekt als Heimatmuseum und für kulturelle Veranstaltungen auszubauen. Die Kosten betrugen rund 800.000 Mark. Seit Jahren gehört die Ittersbacher Museumsscheune zu den erfolgreichsten Kleinkunstbühnen der Region.

Autor: Gustl Weber