Karlsbad -  20.09.2021
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Evangelische Kirchengemeinde Ittersbach ist seit zwei Jahren ohne Pfarrer

Karlsbad-Ittersbach. Auch nach zwei Jahren ist die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde mit rund 1300 Mitgliedern vakant. Mit der Verabschiedung von Pfarrer Fritz Kabbe im Oktober 2019 war die Stelle auf eine 75-Prozent-Position reduziert worden. Auch die Zusage des Fördervereins, die Kosten für die Aufstockung und damit den Erhalt einer 100-Prozent Position zu ermöglichen (entsprechend war die Stelle ausgeschrieben), brachte bisher keinen Erfolg. Nach zwei Ausschreibungen gibt es laut dem Dekan des Kirchenbezirkes Karlsruhe-Land, Martin Reppenhagen, bisher keine Bewerbungen.

„Wir sind nach wie vor bereit und in der Lage, den Unterschiedsbetrag für eine Vollzeitstelle in Ittersbach zu tragen“, so der Vorsitzende des vor 23 Jahren gegründeten Fördervereins für eine volle Pfarrstelle in Ittersbach, Dieter Adler, bei der Hauptversammlung. Den Impuls zur Gründung gab schon damals ein Beschluss des ehemaligen Kirchenbezirks Alb-Pfinz, die Ittersbacher Pfarrstelle auf ein 75-Prozent-Deputat zu reduzieren, was damals wieder zurückgenommen worden war.

Aktuell zählt der Förderverein rund 60 Mitglieder. Laut Schatzmeister Ralf Jütten hat der Förderverein bisher über 180.000 Euro erwirtschaftet, die beim Pfarrstellenfonds der Landeskirche angelegt sind und dort in den zurückliegenden Jahren neben den Mitgliedsbeiträgen oder Spenden erkleckliche Zinsen erbrachten. Vorsitzender Adler hat nachgerechnet: „Mit dem aktuellen Vermögen könnten wir die Aufstockung einer Pfarrstelle von 75 auf 100 Prozent acht bis zehn Jahre tragen.“ Daneben unterstützt der Förderverein seit Jahren die offene Jugendarbeit der Kirchengemeinde und punktuell den Kinderchor. Klar ist allen Beteiligten, wie auch der Vorsitzende des Ittersbacher Kirchengemeinderates Christian Bauer bestätigt, dass die Wiederbesetzung in eine schwierige Phase innerhalb der Landeskirche fällt.

Zum einen gibt es viel zu wenige Bewerber für Pfarrstellen und zum anderen befasst man sich aufgrund der sich abzeichnenden, weiteren finanziellen Engpässe aktuell mit einer Neustrukturierung der Pfarrstellen im gesamten Amtsbereich. Laut Dekan Martin Reppenhagen muss bis zum Jahr 2023 in allen Dekanatsbezirken ein Konzept erarbeitet werden. Es geht um ein großes Sparpaket.

Autor: Gustl Weber