Karlsbad -  29.12.2021
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Kunst am Kirchturm: Jahreslosung in Langensteinbach kunstvoll in Szene gesetz

Karlsbad-Langensteinbach. Es ist ein Projekt, das innerhalb der Evangelischen Landeskirche Baden ein Alleinstellungsmerkmal genießt und auf deren Homepage eine weite Verbreitung findet. Seit 2000 ziert die Jahreslosung als großflächiges Kunstobjekt den über 37 Meter hohen Kirchturm der evangelischen Ludwigskirche am Doppelkreisel in Langensteinbach. Die Jahreslosung wird seit dem Jahre 1970 von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen als bundesweites ökumenisches Zitat ausgewählt. So auch die Losung 2022: „Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Johannesevangelium 6,37).

Die als Kunstobjekt gestaltete Jahreslosung 2022 ziert den 37 Meter hohen Kirchturm der Ludwigskirche in Langensteinbach. Foto: Weber
Die als Kunstobjekt gestaltete Jahreslosung 2022 ziert den 37 Meter hohen Kirchturm der Ludwigskirche in Langensteinbach. Foto: Weber

„Es gelingt uns erfreulicherweise immer wieder renommierte Kunstschaffende, die sich insbesondere dem Thema Kunst und Kirche widmen, mit dieser Aufgabe zu betrauen. In diesem Jahr war es Luise Helm, Pfarrerin und freie Künstlerin mit eigenem Atelier in Bad-Schönborn, die sich der bildhaften Umsetzung zuwendete“, freut sich Reinhild Prautzsch, Pfarrerin im Ehrenamt in Langensteinbach, die seit Jahren dieses Projekt betreut. Der Kirchturm eigne sich besonders für das diesjährige Bild, das Himmel und Erde verbinden möchte und in die Höhe strebt. Eine Straße führt hinauf von der Erde zum Himmel. Fußspuren neben oder auf dem Weg deuten den Lebensweg an, den wir gehen. „Aber dieser Weg ist als ein Kreuz gezeichnet. Dies will heißen, unser Weg geht entlang des Weges, den Jesus gegangen ist, er lässt uns teilhaben, er nimmt uns mit“, so Reinhild Prautzsch in ihren Erläuterungen. Die Künstlerin selbst, Luise Helm, betont, dass es ihr wichtig gewesen sei, eine Form zu entwerfen, die durch ihre symbolische Bildsprache den Betrachtern einen offenen Deutungshorizont ermöglicht. Die klare Gliederung soll im Vorbeifahren an dieser zentralen Stelle in Langensteinbach wahrnehmbar sein. Erdtöne im unteren Bildteil und auf den Himmel verweisende Blautöne im oberen Bildteil treten für die Betrachter aus zwei Richtungen in ein Wechselspiel ein. Laut Luise Helm ist das Original der Fahne in Acryl und Kreide auf ungrundierter Leinwand mit den Maßen von 60 mal 180 Zentimeter entstanden und wurde auf ein winddurchlässiges Kunststoffgewebe mit den Maßen von drei auf neun Metern aufgedruckt.

„Wer immer zu Jesus kommt, ist willkommen. Gerade in Zeiten der leider notwendigen Distanzen, aber auch der so unnötigen Spaltung unserer Gesellschaft, weist uns die Jahreslosung einen anderen Weg: Gemeinschaft ist möglich, weil Gott selbst sie schafft und dazu einlädt“, betont Johannes Werle, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Langensteinbach.

Autor: Gustl Weber