Karlsbad -  02.11.2021
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Mini-Schrittmacher in Karlsbad schützt Patienten mit Herzrhythmusstörung

Karlsbad-Langensteinbach. Zwei Operateure blicken konzentriert auf den großen LED-Bildschirm im Herzkatheterlabor. Ein letzter präziser Handgriff am Katheter, vier winzige Metallärmchen krümmen sich, dann hüpft die kleine Kapsel auf dem Bildschirm rhythmisch auf und ab. Der Herzschrittmacher sitzt. Micra AV nennt sich die neue kabellose Innovation auf dem Gebiet der Herzschrittmacher mit Zweikammer-Stimulation, die die Kardiologen am SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach einsetzen.

Im Herzkatheterlabor des SRH Klinikums in Karlsbad-Langensteinbach können die Ärzte auf den Monitoren das Prozedere überwachen. Foto: SRH Klinikum
Im Herzkatheterlabor des SRH Klinikums in Karlsbad-Langensteinbach können die Ärzte auf den Monitoren das Prozedere überwachen. Foto: SRH Klinikum

„Durch diesen Eingriff gewinnen unsere Patientinnen und Patienten Lebensqualität und vor allem Lebenszeit“, sagt Dr. Ralph Oberacker, Kardiologe und Leitender Oberarzt der Inneren Medizin am Langensteinbacher Fachkrankenhaus. Sein Team hat innerhalb einer Woche drei Patienten mit der Diagnose AV-Block, bei der die elektrischen Impulse zwischen Herzkammer und -vorhof zu schwach sind, den aktuell einzigen kabellosen Herzschrittmachertyp eingesetzt.

Die Spezialisten in Karlsbad versorgen seit der Inbetriebnahme des Herzkatheterlabors im Jahr 2016 Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkten, Rhythmusstörungen oder chronischen Durchblutungsstörungen rund um die Uhr. Laut eines Berichts des Deutschen Herzschrittmacher- und Defibrillator-Registers tragen in Deutschland etwa 500.000 Menschen einen Herzschrittmacher. Bei rund 35 000 davon wird jährlich ein AV-Block diagnostiziert. Das Micra AV-System sorgt für Synchronität zwischen den Vorhöfen und Herzkammern. Die sogenannte Kardiokapsel ist zehnmal kleiner als herkömmliche Schrittmacher und kann deswegen minimalinvasiv durch die Hauptvene eingeführt und direkt ins Herz implantiert werden. Die üblichen Elektroden oder eine chirurgische „Tasche“ unter der Haut sind nicht mehr erforderlich. Etwa 30 Minuten hat der Eingriff gedauert. Dr. Oberacker und sein Team prüfen nochmals die korrekte Funktion des zwei Zentimeter kleinen Geräts. Dann entfernen sie den Katheter und verschließen den minimalinvasiven Zugang.

Autor: pm