Karlsbad -  08.05.2022
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Waldbegehung des Karlsbader Gemeinderats: Hoffen auf weitere feuchte Jahre

Karlsbad. Der nasse Sommer 2021 und der sehr feuchte und kühle April in diesem Jahr haben den Wäldern gutgetan.

Der Leiter des Forstamtes im Landratsamt Karlsruhe, Martin Moosmayer (von links), Bürgermeister Jens Timm und Revierleiter Martin Mußgnug bei der Waldbegehung. Foto: Weber
Der Leiter des Forstamtes im Landratsamt Karlsruhe, Martin Moosmayer (von links), Bürgermeister Jens Timm und Revierleiter Martin Mußgnug bei der Waldbegehung. Foto: Weber

Der nasse Sommer 2021 und der sehr feuchte und kühle April in diesem Jahr haben den Wäldern gutgetan. Jetzt wünschen sich die Forstleute auch für dieses Jahr gemäßigte Temperaturen. So das Fazit aus dem öffentlichen Waldrundgang des Gemeinderats unter Beteiligung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger.

„Die Klimaveränderungen sorgen zwangsläufig auch für eine Veränderung in unserem Waldgefüge. Dabei ist die Waldwirtschaft das eine, der Erholungs- und Freizeitwert ist das andere. Beides sollte man weiterhin in Einklang bringen“, betonte Bürgermeister Jens Timm (Freie Wähler) zum Auftakt.

Sitzung im Grünen

Der Leiter des Forstamts im Landratsamt Karlsruhe, Martin Moosmayer, und der Karlsbader Forstrevierleiter, Martin Mußgnug, hatten in diesem Jahr den Waldbereich zwischen der Autobahn A 8 und dem Ortsteil Mutschelbach für die Sitzung im Grünen ausgewählt. Im Blickpunkt des Rundgangs stand zunächst die Bewirtschaftung und Verjüngung eines Bergahorn-Mischbestandes. Hier habe man laut Mußgnug die „vorgeschädigten Bäume“ herausgenommen und setze auf Naturverjüngung.

Nach dem feuchten Jahr 2021 sind die Freiflächen von jungen Pflänzchen übersät. „Die Natur einfach mal machen lassen, ist oft erfolgreich“, meinte Karlsbads Revierleiter. Enorm geschadet haben die trockenen Sommer von 2018 bis 2020 insbesondere den Buchen. So musste man an einem weiteren Standort auf 0,5 Hektar rund 120 Jahre alte geschädigte Bäume komplett ausstocken. „Hier haben wir im Frühjahr mit den amerikanischen Roteichen jetzt eine Baumart gepflanzt, die bisher die Trockenheit recht gut überstand“ erläuterte Mußgnug.

Mögliches Refugium

An anderer Stelle erinnerte Forstchef Moosmayer an das anstehende Thema „Waldnaturschutzkonzeption“. Hier gelte es zu beraten, ob ein rund 200 Jahre alter Eichenwald mit rund 3,1 Hektar als zukünftiges „Waldrefugium“ ausgewiesen und damit unberührt bleiben soll. Mit rund 1250 Hektar Gemeindewald und 350 Hektar Staatswald zählt Karlsbad zu den waldreichsten Kommunen der Region. Das Defizit aus der kommunalen Waldwirtschaft 2021 lag bei rund 270.000 Euro. Aufgrund des gestiegenen Holzpreises wird sich das Defizit 2022 wohl bei unter 240.000 Euro einpendeln.

Als erfreulich bezeichnete Mußgnug die Entwicklung beim Schadholzanteil (Käferholz oder Trockenschäden). Dieser lag mit einem Hiebssatz von jeweils rund 6000 Festmetern im Jahre 2020 bei enormen 84 Prozent, 2021 bei 57 Prozent und dürfte sich 2022 bei unter 40 Prozent einpendeln. „Hier haben die feuchten Monate geholfen“; so Mußgnug.

Autor: ie